Wills Leben ändert sich von einen Tag auf den anderen. Denn plötzlich ist seine Mutter tot. Gestorben bei einem Autounfall. Weg, von einer Sekunde auf die andere. Wie soll der 17jährige damit umgehen, wie soll das Leben weitergehen? Was tut man, wenn seine Mutter stirbt?
Gott, Mum, wo bist du? Bist du enttäuscht, dass ich bei diesem ganzen Kram so eine Niete bin? Du hast mir nie gesagt, was ich tun soll, wenn du stirbst, aber das hättest du tun sollen, denn schließlich ist es das Einzige, dessen wir sicher sein können. Am Ende kriegt der Tod alle.-
Und dann sehe ich sie, dieses Mädchen, umrahmt vom Licht des Fensters. Lange Haare, ewig lange Beine und ein tolles Lächeln, das sie beizubehalten versucht, während sie mit meinem Vater redet. Sie scheint in meinem Alter zu sein und sie trägt ein weißes Kleid – hat ihr niemand gesagt, dass man auf einer Trauerfeier schwarz tragen sollte? Sie berührt ihre Lippen mit den Fingern und plötzlich schmecke ich die Schokolade vom Eclair, wie ein verdammter Verrat. Ich bin echt super, was schlechtes Timing angeht. Nur ein Unmensch kann jetzt an Liebe denken.
Als hätte Will nach dem Tod seiner Mutter nicht schon genug Probleme, nein, ausgerechnet auf ihrer Trauerfeier verliebt er sich zum ersten Mal richtig. Wie kann so etwas sein? Kann und darf er die erste Liebe genießen, während er um seine Mutter trauert? Hat er überhaupt die Kraft dazu? Sollte er nicht erst einmal den Sinn des Lebens finden? Oder kann eine Liebe ihm gerade hierbei helfen?
Es beginnt eine turbulente Zeit für Will, eine Zeit voller Trauer, philosophischer Gedanken und Streit mit seinem Vater und seinem Bruder, eine Zeit voller Liebe, aber auch voller Schule schwänzen, Drogen und Alkohol.
Lia Hills ist ein bemerkenswerter Roman gelungen, der den Schmerz von Will sehr realistisch darstellt. Ein eindrucksvolles Buch, in dem philosophische Zitate einen interessanten Kontrast zu dem chaotischen aus dem Alltag gerissenen Familienleben von Will, seinem älteren Bruder und seinem Vater darstellen. Lia Hills gelingt es, in Leben ist auch keine Lösung die Trauer eines Jugendlichen greifbar zu machen. Es ist ein sehr intensives Leseerlebnis, das einen nachdenklich zurücklässt. Ein Buch voller Trauer, aber gleichzeitig auch voller Hoffnung. Leider werden Drogen in dem Roman als relativ harmlos und normal dargestellt. Die Gefahren werden zwar angeschnitten, trotzdem werden Drogen als nichts verwerfliches sondern eher als etwas ganz normales beschrieben. Trotz dieses Mankos ist das Buch lesenswert, ein Buch, bei dessen Lektüre sich der Leser auf die Suche nach dem Sinn des Lebens begibt.
Lia Hills wurde in Neuseeland geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in Australien. Die junge Schriftstellerin und Übersetzerin, die zweitweise auch als Journalistin und Lehrerin tätig war, schreibt unter anderem fürs Theater und Ballett und verfasst Gedichte. Einige ihrer Werke wurden bereits international veröffentlicht. „Leben ist auch keine Lösung” ist ihr erster Roman für junge Erwachsene.