amazon-Kurzbeschreibung:
Gendarmerieinspektor Simon Polt betritt die Bühne der Kriminalliteratur. Sein Wirkungsfeld ist ein niederösterreichisches Weinbauerndorf. Er gehört dazu. Umso peinlicher ist es ihm, als Alfred Hahn in seinem Weinkeller tief unter den Presshäusern der malerischen Kellergasse tot aufgefunden wird und sich der Verdacht aufdrängt, es könnte ein Mord gewesen sein, was zuerst wie ein Unfalltod durch Gärgas aussah. Denn jetzt muss Polt ermitteln. Er, der fast jeden im Dorf seit Jahren persönlich kennt. Einer von ihnen könnte, ja muss es gewesen sein. Viele hatten einen Grund, das Scheusal umzubringen, dessen Tod niemand bedauert...
Der Autor:
Alfred Komarek, geboren 1945 in Bad Aussee; lebt als freier Schriftsteller in Wien; zahlreiche Publikationen, Essays (u.a. zu Bildbänden), Feuilletons, Erzählungen sowie Arbeiten für Hörfunk und TV (ORF, BR, HR). Zahlreiche Bücher, darunter Traum ist Regen, der in den Himmel fällt (1979), Tagschatten (1981), Niemandsnacht (1989), Sternbilder (1991), mehrere Landschaftsbände, u.a. über die Umgebung von Wien, das Salzkammergut und das Ausseerland, zuletzt Weinviertel. Tauchgänge im grünen Meer (1998), Österreich mit einer Prise Salz. Ein Mineral macht Geschichte (1998), Polt muß weinen. Kriminalroman (1998) und Das Ötztal (gemeinsam mit Guido Mangold, 1999) (amazon)
Meine Meinung:
Ich muss so manchen anderen Rezensenten Recht geben, ein richtiger Krimi ist dieses Buch wahrlich nicht, eher eine Milieustudie aus dem Weinviertel. Trotzdem kommt hier jemand zu Tode und ein behäbiger Ermittler nimmt sich wiederwillig der Sache an.
Bereits in den ersten Seiten kommmt ein ungeliebter Mitbewohner in einem pitoresken Dorf unweit der tschechischen Grenze zu Tode. Alles deutet auf einen Unfall hin und die ersten hundert Seiten gibt sich der Ermittler nicht eben Mühe, andere Seiten dieses Todes erkennen zu wollen. Vielmehr finden seine Ermittlungen bei guten Freunden in Weinkellern oder dem Wirtshaus statt. Erst als man ihn mit der Nase draufstösst, da kann der arme Mann nicht anders als wirklich dieselbige in alles reinstecken.
Kriminalarbeit sieht anders aus. Doch dieses Buch lebt mehr von den Charakteren der Personen. Insbesondere von dem des Kommissar Polt, und einem ziemlich homöopatischen und trockenen und stets unterschwelligen Humor, der sich durch das ganze Buch zieht. Die Charaktere sind nicht zu stark aus ausgeprägt, man muss mehrere Bücher lesen um mehr zu erfahren.
Trotzdem habe ich mich mit keiner Seite je gelangweilt, ich fühlte mich danach sehr gut unterhalten. 'Polt muss weinen' bildet den Auftakt zu insgesamt vier Romanen um den Kommissar Polt herum, jeder spielt in einer anderen Jahreszeit.
Im übrigen schmeckt nicht nur ein trockener Grüner ganz ausgezeichnet zu diese Buch, auch ein Valpolicella oder Rioja harmoniert vortrefflich!
Danke an Buch Dietl in Landshut für die Empfehlung.