Taschenbuch: 368 Seiten, zahlreiche sw Ill.
Verlag: C.H.Beck 4. Auflage 2003
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 340634514X
ISBN-13: 978-3406345142
Paul Zanker (geb. 1937) gehört zu den profiliertesten deutschsprachigen Arch?ologen. Seine Forschungen zur Umbildung griechischer Statuen in römischer Zeit brachten ihn zwangsläufig zur Frage, warum die R?mer das getan haben, sprich die Kopien der griechischen Originale verfremdet und diese ?ffentlich ausgestellt hatten.
"Augustus und die Macht der Bilder" geht dieser Frage jedoch nur nebenbei nach. Vor allem erklärt der Autor, warum der erste römische Kaiser Augustus (63 v.Chr. bis 14 n.Chr.) eben bestimmte Bilder an den ?ffentlich Bauten anbringen ließ und was diese bedeuten sollten, beziehnungsweise wieso manche Bilder unter seiner Herrschaft nur selten anzutreffen waren. Das alles in einem angenehmen Plauderton, der zwar für Nicht-Arch?ologen hin und wieder etwas schwer verständlich sein kann, aber trotz allem lehrreich, da es Zanker versteht die ausgew?hlten Bilder logisch in seine Argumentation einzubinden ohne ständig diese Illustratione zu beschreiben. Man lernt so eine Menge Alltägliches über das Leben unter einer gut kaschierten antiken Milit?rdiktatur, was ja das Prinzipat des Augustus war, und die Stabilit?t des Systems lässt erkennen, wie geschickt Augustus seine Herrschaft ideologisch absicherte.
Ich habe mal einen Vortrag Paul Zankers persönlich besucht, es war schlicht phantastisch wie dieser Mann schwierige Sachverhalte in einer Stunde logisch und für alle nachvollziehbar dargestellt hat. Man braucht zwar für das Buch ein bißchen länger, aber wenn man ein Beispiel für den Einfluss einer Person auf eine gesamte Gesellschaft (und letztendlich wirkt das auch bis heute nach!) sucht, kommt man an diesem Buch nicht vorbei. Eine sehr lehrreiche, hin und wieder anstrengende, aber letztlich lohnende Lektüre.