Re:Joel Haahtela: Sehnsucht nach Elena (1 Leser) (1) Gäste
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THEMA: Re:Joel Haahtela: Sehnsucht nach Elena
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Joel Haahtela: Sehnsucht nach Elena Gepostet: 18.12.2008 13:54
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Habe gestern abend dieses wunderschöne Buch zu Ende gelesen und bin immernoch ganz fasziniert. Hier nun meine Rezension:
Nach der Leseprobe war mein Eindruck von diesem Buch nicht sonderlich gut. Sie kam mir langweilig und ?de vor und zog sich nur so hin. Darum bin ich eher mit gemischten Gefühlen an dieses Buch rangegangen, wurde letztendlich allerdings so mitgerissen, dass ich nun doch begeistert bin.
Zum Inhalt:
Er sah Elena das erste Mal im Park an einem fr?hen Januartag. Seit diesem Augenblick kann er diese junge faszinierende Frau nicht mehr vergessen und beginnt, sie täglich im Park von einer versteckten Bank aus zu beobachten. Es entwickelt sich für ihn zu einem gewissen Sog, er muss sie einfach sehen. Als sie dann eines Tages nicht mehr kommt, macht er sich auf die Suche nach ihr und beginnt damit eine Reise zu sich selbst und in seine tiefsten Erinnerungen und Empfindungen.
Meine Meinung:
Der Anfang des Buches zog sich für mich etwas hin. Allerdings kam man dann schnell rein, da Haahtela mit seinen kurzen Sätzen und kurzen Kapiteln ein Tempo vorgibt, dass einfach mitreißt. Zum Ende hin wird es immer schneller und geheimnisvoller, so dass der Leser schnell wissen möchte, wie es ausgeht.
Am faszinierendsten bei Haahtelas Buch ist allerdings die Sprache. Er schafft es, mit kurzen Sätzen eine Stimmung und Umgebung zu schaffen, in die sich der Leser sofort hineinversetzen kann. Ebenso beschreibt er die Gefühle, ohne sie aber direkt auszusprechen. Einfach berauschend.
Nach dieser kurzen aber heftigen Lektüre brauchte ich erstmal ein wenig, um wieder zu mir zu kommen, denn das Ende ist ziemlich überraschend und hallt im Kopf nach! Sehr empfehlenswert!
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Re:Joel Haahtela: Sehnsucht nach Elena Gepostet: 18.12.2008 18:45
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Da möchte ich mich auch gleich der Begeisterung anschließen:
Auch ich beobachtete Elena
Innerhalb von zwei Tagen habe ich dieses Buch nun gleich zwei mal gelesen und muss sagen: Es ist einfach wunderbar!
Beim ersten Lesen wird man sich zunächst wohl über die Kapitellängen wundern, die ein bis zwei Seiten fast nie überschreiten. Schon bald wird aber klar, dass genau diese kurzen Kapitel wesentlich zur Vermittlung des Inhalts und zum Einfühlen in die Hauptfigur dienen.
Man wird nämlich in die Rolle eines Mannes versetzt, der ständig einer Frau, Elena, begegnen möchte. Er kennt ihre ganzen Gewohnheiten und beobachtet sie so h?ufig wie möglich.
Die kurzen Kapitel versetzen einen selbst nun in die Rolle des Beobachters und lassen einen von Situation zu Situation springen. Man spaziert gedanklich selbst im Park entlang, möchte gleichzeitig Elena aus nächster Nähe betrachten und trotzdem nicht auffallen. Später sitzt man gedankenverloren auf ihrer Haustörschwelle und ist komplett niedergeschlagen, weil Elena plötzlich verschwunden ist.
Der Aufbau des Buches ebnet fürmlich den Weg des Mannes, der Geschichte und der Gedanken des Lesers. Man sinkt einfach hinein und geht mit auf diesem Weg.
Lange ist nicht klar, warum der Mann Elena verfolgt. Anfangs vermutet man vielleicht einen Stalker, was andererseits absolut nicht zur Tiefgründigkeit und Hingabe des Autors zur Sprache dieses Buches passen will. Welche Intention er wirklich hat, soll hier natürlich nicht verraten werden.
Sowieso sollte man so wenig des Inhalts wie möglich vorwegnehmen, um den Fluss der Geschichte und dieses Hineingesogenwerden zu sp?ren.
Dies ist ein zugleich bedrückendes und doch hoffnungsvolles Buch, dass tiefe Gefühle aufzeigt und den Leser mitten ins Herz trifft.
Beim nochmaligen Lesen entdeckte ich immer mehr Zusammenhänge und mir wurde die inhaltliche Dichte dieses Buches noch bewusster.
Was zunächst, vom Titel her, wie eine gewöhnliche Liebesgeschichte über Trennung, Verlust oder unerwiderte Liebe klingt, birgt sehr viel komplexere Gedankengänge. Für seine F?higkeiten mit wenigen Worten so viel auszudrücken und das Kopfkino ins Rasen zu bringen, kann ich dem Autor, Joel Haahtela, nur absolut dankbar sein. Es ist ein Buch, das einfach zum Nachdenken bringt. Manchmal ist weniger eben doch mehr.
160 Seiten, 16,00 Euro, gebunden
Piper Verlag
ISBN: 978-3-492-05238-2
Erscheint am 27. Februar
Aus dem Finnischen von Sandra Doyen.
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Re:Joel Haahtela: Sehnsucht nach Elena Gepostet: 19.12.2008 09:17
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Das klingt ja wirklich schön.
Schade, dass ich nicht dabei war.
Ich glaube, das Buch muss ich mir mal irgendwie besorgen, ich mag solche tiefgründigen Storys unheimlich gerne...
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Re:Joel Haahtela: Sehnsucht nach Elena Gepostet: 19.12.2008 14:10
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SummerRain schrieb:
Das klingt ja wirklich schön.
Schade, dass ich nicht dabei war.
Ich glaube, das Buch muss ich mir mal irgendwie besorgen, ich mag solche tiefgründigen Storys unheimlich gerne...
Dem kann ich mich nur anschließen.
Danke für Eure Vorstellung dieses Buches. 
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Sommer ist die Zeit, da die Tage wegtropfen wie der Honig vom Löffel.
Wallace Stegner
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Re:Joel Haahtela: Sehnsucht nach Elena Gepostet: 15.01.2009 12:30
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Alles verschwindet, doch nichts wird vergessen
Buch
Titel: Sehnsucht nach Elena OT: Elena Seiten: 152
Verlag: Piper Verlag ISBN: 978-3-492-05238-2 EUR: 16.00
Autor
Joel Haahtela: * 10. September 1972 in Helsinki / Finnland
als Schriftsteller und Psychiater tätig, lebt mit seiner Familie in der Nähe von Helsinki,
ebenfalls in deutscher Sprache erschienen: Der Schmetterlingssammler
Buchinhalt
Es begann am 12. Januar.
War es Zufall infolge eines Versehens oder eine F?gung des Schicksals?
Statt nach sieben, steigt er bereits nach 5 Stationen aus.
An diesem Tag sieht er sie das erste Mal.
Sie f?llt ihm sofort ins Auge und erhellt fortan sein tristes Dasein. Sie wird zum Mittelpunkt seines tr?ben Lebens, nun hat er eine Aufgabe, die es täglich zu erf?llen gilt.
Der Regelm??igkeit ihres alltäglichen Weges ist es zu verdanken, dass er sie wieder und wieder beobachten kann.
Ist es bereits 9 Uhr, weiß er, sie wird nicht mehr kommen.
Er sp?rt schnell eine seltsame Vertrautheit, erfasst sie bis hin zur kleinsten Unebenheit. Jede winzige Regung oder Veränderung an ihr f?llt ihm auf.
Schließlich verrät ihm Dostojewskis "Der Idiot" ihren Namen: Elena.
Das Buch, das sie aus Versehen im Park liegen lässt, wird als Symbol der Verbundenheit zu seinem oft be?ugten, ständigen Begleiter.
Eine überraschende, direkte Begegnung bringt ihn v?llig aus dem Konzept, doch er lässt die Gelegenheit vorerst ungenutzt verstreichen.
Stattdessen beginnt er, zu ihr zu sprechen, ohne dass sie anwesend wäre.
Seine Welt, der reale Alltag, gerät zunehmend aus den Fugen.
Alles dreht sich nur noch um sie, Elena, und wann er sie wieder sieht...
Meine Meinung
Ein in Einsamkeit versunkener alter Herr, der in und durch Elena etwas wieder findet, was durch Verdr?ngung des Vergangenen vor ihm selbst zunächst verborgen scheint.
Sein Wahrnehmungsvermögen ist bis ins kleinste Detail geschörft.
Gleich einem Maler, der auf Motivsuche ist, die Gegend, Witterung und Stimmung bewusst in Augenschein nimmt, um ein möglichst getreues Abbild dessen, was er sieht, auf Leinwand bannen zu können.
Keine noch so kleine Besonderheit entgeht ihm bei seinen alltäglichen Beobachtungen.
Ein vermeintlich leeres, abgeschlossenes Zimmer wird im zweiten Kapitel des ersten Teils erwähnt. Schon hier lässt sich ahnen, dass es eine bestimmte Bedeutung für ihn haben muss.
Fast ein Jahr zieht ins Land bis er erkennt, worin seine Sehnsucht, die ihn immer wieder zu Elena treibt, tats?chlich begründet liegt.
Elena verhilft ihm unbewusst zum (Weiter-)Leben und ermöglicht ihm zudem die Erkenntnis dessen und wovor er über den Verlauf der Jahreszeiten davonlief.
über dem gesamten Buch liegt ein Hauch von Melancholie, die verdeutlicht, wie einsam und verloren der alte Mann seine Tage durchlebt.
Joel Haahtela schafft mittels Worte eine wunderbar dichte Atmosphöre, in die man schon kurz nach Beginn der Lektüre unaufhaltsam versinkt.
Auch ohne Wissen um das Geheimnis seiner Vergangenheit, das erfahren wir schließlich erst gegen Ende des Buches, sp?rt der Leser schnell die Trauer und die Schwere, die den Mann umgeben.
Nur 152 Seiten, unterteilt in vier Abschnitte mit unterschiedlichen Schwerpunkten aus Sicht des Protagonisten, reichen Haahtela, einen tiefen Einschnitt, einen verharrenden Zustand der Unsicherheit und eine Kehrtwende im Leben eines Menschen auf indirekte und dabei faszinierend authentische Weise zu umfassen.
Er verpackt all dieses in einen ruhig fließenden Text, vermeidet Dialoge.
In der Regel f?llt jedes Kapitel eine, maximal zwei Seiten, drei oder vier Seiten sind die Ausnahme.
Mittels dieser einzelnen Sequenzen aus Gegenwart und Vergangenheit der Hauptfigur f?gt sich nach und nach ein Bild seines Lebens zusammen.
Es wird zudem deutlich, wie beständig seine Tage von Elena bestimmt werden.
Joel Haahtelas Worte sind ebenso malerisch wie zaghaft, sein Schreibstil beeindruckend und gefühlsbetont.
Die Sätze sind dabei recht einfach gehalten, dennoch voller Bedeutsamkeit.
Er versteht es ausnehmend gut, mit Gedanken und Empfinden des Lesers zu spielen.
Das Buch sticht bereits durch sein Format aus der breiten Masse heraus, ebenso wird der feste Einband mit Schutzumschlag, schwerem Papier und Leseb?ndchen dieser Perle unter den Romanen erfreulich gerecht.
Auch wenn ich in meiner kurzen Inhaltsangabe schrieb "Es begann am 12. Januar.", so ist dies eigentlich nur bedingt richtig.
Für seine persönliche Trauerbew?ltigung ist dies der Anker seines Lebens, doch hintergründig betrachtet, fand dieser besondere Weg bereits im Herbst zuvor seinen Anfang, nämlich zu jenem Zeitpunkt, als eine Liebe weltlich gesehen endete.
Schade, dass der alte Herr bis zum Schluss namenlos bleibt. Da mir sein Schicksal so zu Herzen ging, hätte ich meinem Bild von ihm gern das fehlende Element seiner Persönlichkeit hinzugef?gt.
Ich frage mich, welches Schicksal wohl Haahtelas Araber hinter sich hat, oder all jene Menschen, deren Weg man einmal oder gar öfter kreuzt, ohne sie bewusst oder sonderlich interessiert wahrzunehmen.
Fazit
Ein kleines feines Buch, das seinen Bann weit über die letzte Seite hinaus wirken lässt.
Bereits nach der Leseprobe beschlich mich der Eindruck, Elena könnte nur das vermeintliche Mittel zum Zweck sein, sich den Geheimnissen und Verdr?ngungen der Vergangenheit zu stellen.
Ich bin froh, dass ich mir das Buch zum Lesen ausleihen konnte.
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Re:Joel Haahtela: Sehnsucht nach Elena Gepostet: 23.01.2009 16:02
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Ein Moment, der ein Leben ver?ndert
Inhalt:
Wer hat noch nicht von einem Moment geh?rt, der ein Leben für immer ?ndert? Genau einen solchen Moment erlebt ein Mann in "Sehnsucht nach Elena".
Eines morgens weicht er von seiner gew?hnlichen Route - 7. Station aussteigen, vorbei am Busbahnhof, der Sternenwarte und dem Gem?seh?ndler - ab und kommt in einen Park. Dort sieht er eine junge Frau die ihm gleich vertraut erscheint und eine unstillbare Sehnsucht in ihm weckt. Jeden Morgen verbringt er seitdem im Park und als die Frau - Elena heißt sie erf?hrt er durch Zufall - plötzlich nicht mehr kommt bringt ihn diese Sehnsucht komplett aus dem Konzept. Er beschlie?t sie zu suchen und findet den Ursprung seiner Sehnsucht in seiner eigenen Vergangenheit...
Meine Meinung:
Der Leser wird durch einen namenlosen Ich-Erz?hler durch das Geschehen gef?hrt, die t?glichen Erlebnisse dieses Erz?hlers werden geschildert. Die Kapitel sind jeweils sehr kurz und so entsteht der Eindruck in einem Tagebuch zu lesen.
Der Autor bedient sich einer gef?hlvollen, z?rtlichen und modernen Sprache die alle Sinne anspricht und poetisch & r?hrend das Gef?hlsleben des Mannes übertr?gt.
Die Protagonisten lernt man aufgrund der Erz?hlweise anhand unterschiedlicher Gesichtspunkte kennen. W?hrend man bei dem Mann nur hinter die Fassade schauen und seine Gef?hle und Gedanken komplett einsehen kann, erf?hrt man von Elena nur, was der Mann sieht oder über sie denkt.
Der Mann ist gewissenhaft, einsam und h?lt eigentlich stets an seiner Routine fest. Das zeigt sich darin, dass allein in den ersten 10 Kapiteln mehrfach der Weg am Busdepot, der Sternenwarte und dem Gem?seh?ndler vorbei, erw?hnt wird. Jede kleine ?nderung wirft ihn normal komplett aus der Bahn, Halt findet er dann aber in seiner enormen Sehnsucht nach Elena.
Die Handlung ist klar und strukuriert, sie umfasst einen Zeitraum von etwas einem Jahr. Grüßere Zeitspr?nge st?ren hierbei nicht, da man die wichtigsten Ereignisse von der erlebenden Person selbst geschildert bekommt.
Man wei? lange nicht warum der Mann Elena so verehrt, ob es Liebe auf den ersten Blick war oder er einfach psychisch krank ist. Nach und Nach wird das Geheimnis des Mannes gel?ftet, jedes Kapitel enth?lt ein weiteres Steinchen und diese Steinchen bilden dann am Ende ein geordnetes Mosaik des Lebens des Mannes.
Die Gestaltung des Covers ist perfekt auf den Inhalt abgestimmt, sowohl das Geheimnisvolle an Elena, als auch die große Sehnsucht die im Buch enthalten ist werden übertragen. Denn die Frau dreht den R?cken zu den Lesern und blickt melancholisch auf's Meer hinaus.
Fazit:
Mit nur 152 Seiten ist es dem Autor gelungen den Leser zu fesseln und zu überzeugen.
Ein Buch, das den Leser ber?hrt, aber auch zum Nachdenken anregt. Vor allem aber ein Roman, der einem zeigt, das oftmals ganz andere Sachen hinter einer Handlungsweise stecken als man denkt und das verdeutlicht, dass ein einziger Moment alles ?ndern kann.
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Re:Joel Haahtela: Sehnsucht nach Elena Gepostet: 04.02.2009 14:12
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Sehnsucht nach Elena oder der Weg zu neuen Lebenszielen
"Gleich kommt sie ..." Obwohl es nicht ausgesprochen wird, sp?rt der Leser, daß der Ich-Erzähler ein Mann sein muß. Er f?hrt Straßenbahn und verbringt seine Zeit im Park. Also vielleicht ein ?lterer Mann im Ruhestand. Erst zum Ende des Buches erfährt der Leser Einzelheiten.
Während der Ich-Erzähler im Park auf einer Bank sitzt, begegnet ihm ein junges Mädchen. Er versucht ihre Wege täglich zu kreuzen und mehr von ihr zu erfahren. Den Namen Elena findet er in ihrem Buch (Dostojewski, Der Idiot), weil sie es liegenläßt, um ihrer Freundin entgegen zu laufen. Auch ihre Wohnung findet er und beobachtet ihr Zimmer. Er ist von Anfang an süchtig nach ihr und leidet körperlich, wenn er sie an einem Tag nicht sehen kann.
J. Haahtela zieht den Leser mit in diese Suche mit Suchtcharakter. Man störzt sich von Kapitel zu Kapitel, um mehr zu erfahren, um den Grund zu finden, warum dieser ?ltere Herr keine Ruhe findet.
Seine süchtige Abhängigkeit zieht ihn sogar auf eine Insel. Dort bucht er ein Zimmer in dem Hotel, wo sie jobt.
Als ein junger Mann allerdings eine Beziehung zu Elena beginnt, kommt der Wendepunkt. Er sp?rt, daß seine Sehnsucht nach Elena Ersatz war für eine andere Suche. Liegt die Erklärung in seiner Vergangenheit, seiner Ehe mit Greta ...?
Nun kann er zurückschauen, entwickelt Hoffnung und Lebensmut für sein zuk?nftiges Leben.
Dieses Buch, welches ohne direkte Rede auskommt, hat mir sehr gut gefallen: die zarte Sprache, die detaillierten Beschreibungen und natürlich sein Inhalt, der in seiner Wendung Spannung aufkommen läßt, ist ein Lesegenuß. Es ist ein kleines Buch, vier Teile mit vielen kurzen Kapiteln, das sich schnell liest, aber volle Konzentration verlangt.
Möglicherweise spricht es eher Frauen an, weil die Frage nach dem Schmerz der Seele, der reinen Liebe, dem Ende durch Verlust und Tod Themen sind, die nicht jeden Mann interessieren.
Ich finde das Buch ein literarisches Kleinod.
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Re:Joel Haahtela: Sehnsucht nach Elena Gepostet: 20.04.2009 17:05
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Nach den schönen Rezensionen habe ich mir das Buch auch besorgt. Hier meine Meinung:
Stille Sehnsucht
Es geschieht an einem 12. Januar in Finnland. Ein Mann steigt aus Versehen an der falschen Haltestelle aus und durchquert einen Park. Während seines Spazierganges trifft er auf eine junge Frau, deren Erscheinung ihn fasziniert. Wie gebannt bleibt er stehen, dreht sich um, schaut ihr nach. Sie aber geht vorbei, völlig in Gedanken versunken, die Augen zum Himmel gerichtet. In diesem Moment ist etwas passiert, etwas hat sich verändert in dem Mann, der ihr nachschaut. Ohne dass sie es ahnt, hat sich ihre Erscheinung sich in sein Gehirn eingegraben, wird von nun an seine Gedanken beherrschen.
Am nächsten Tag steigt der Mann erneut an der falschen Haltestelle aus, geht in den Park, voller Hoffnung die Frau wieder zusehen. Er hat Glück. Sie kommt, läuft an ihm vorbei, er schaut ihr nach. Von da ab kommt er jeden Tag. Mal läuft er ihr entgegen, mal sitzt er wartend auf einer Bank. Dann wiederum geschieht es, dass sie nicht kommt und der Mann wartet umsonst, aber voller Hoffnung auf den nächsten Tag. Als die Sonne immer öfter scheint, hat er Glück. Er findet ein Buch, das sie liegen gelassen hat. In ihm, mit Bleistift vermerkt, ein Name. Elena. Seit diesem Tag haben seine Gedanken eine Basis.
Von nun an, reicht ihm es nicht mehr, sie durch den Park laufen zu sehen. Zu schauen, was sie trägt, zu welcher Zeit sie kommt. Jetzt geht er ihr nach, immer öfter, bis zur Universität, in der sie jedes Mal verschwindet. Doch eines Tages kommt sie nicht mehr. Am Mittwoch nicht und auch nicht am Donnerstag. Vier Tage wartet er, voller Hoffnung, bis in ihm die Erkenntnis reift, dass Sommerferien sind. Betrübt verlässt er den Park. Das Warten hat keinen Sinn mehr für ihn. Er ist zerstreut, schläft schlecht. Seine Gedanken kreisen nur um sie. Als er es nicht mehr aushält, geht er zur Universität, um etwas über Elena herauszubekommen. Aber, wird er damit Erfolg haben? Hat er das Glück, sie jemals wieder zu finden?
Der Finne Joel Haahtela, der als Schriftsteller und Psychiater in der Nähe von Helsinki wohnt, hat mit „Sehnsucht nach Elena“ bereits seinen zweiten Roman in Deutschland veröffentlicht. Sein Debüt „Der Schmetterlingssammler“ überzeugte Leser und Kritiker gleichermaßen durch seine Poesie und Leichtigkeit. Und genau diese poetische Erzählweise ist es, die wir in seinem zweiten Roman wieder finden. Manchmal sind es eben die leisen, gefühlvollen Geschichten, die den Leser mehr bewegen, als ein spannender Thriller es je zu schaffen vermag. Doch auch in dieser Geschichte kommt die Spannung nicht zu kurz. Jedes Mal, wenn der Mann auf Elena trifft, fragt sich der Leser, wie geht es weiter, wann spricht er sie endlich an? Oder vielleicht auch sie ihn?
Kurz und knapp, ohne Schnörkel, aber voller Melancholie hat der Autor eine Geschichte geschrieben, die er aus der Sicht des Mannes erzählt. Unter Zuhilfenahme einer feinfühligen Charakterstudie schafft er es, tief in die Gedankenwelt seines Protagonisten einzutauchen und den Leser an dessen Gefühlen und Wünschen teilhaben zu lassen. Es ist die Schlichtheit des Buches, die überzeugt, die Sensibilität des Erzählers und die Ruhe, die von der Geschichte ausgeht. Joel Haahtela hat mit seinem Roman über die Sehnsucht eines Mannes ein brillantes und stimmiges Psychogramm gezeichnet, das ein nachhaltiges und angenehmes Leseerlebnis verspricht.
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