Gestern fand in der Hamburger Markthalle die HÖRSPIEL 2010 statt, Deutschlands größte Hörspielmesse und ich war zum ersten Mal dabei.
Ziemlich gespannt und voller Vorfreude fuhr ich morgens um 6:30 Uhr los Richtung Bahnhof, um drei Stunden später in Hamburg bei schönstem Nieselregen anzukommen. Ein netter Hamburger Briefträger wies mir den Weg zur Markthalle, die nur ca. 500 m entfernt vom Hauptbahnhof liegt. Ich und mein Orientierungssinn...
Vor den Türen tummelten sich schon zahlreiche Gäste und auch einige bekannte Gesichter, zu denen mir leider größtenteils die Namen fehlten...
Kurz nach 10 öffneten sich dann die Tore und auf ging es ins Getümmel, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Markthalle ist doch relativ klein, am Vormittag musste man schon oft den Bauch einziehen, um zwischen den Ständen und den Bühnen durchzukommen. Aber irgendwie passte das, es war zwar heiß (gefühlte 40 Grad) und stickig, aber gemütlich, irgendwie familiär.
Gleich zu Beginn verschlug es mich zum Stand der
Psychothriller GmbH, wo
Ivar Leon Menger und
Raimon Weber schon mit Cds und Büchern auf die Besucher warteten...
(links Ivar Leon Menger, rechts Raimon Weber)
Ganz exklusiv konnte ich das erste Buch der
DSP-Reihe erwerben und bekam es erst von Ivar und Raimon, im Laufe des Tages auch von den Autoren John Beckmann und
Hendrik Buchna signiert. Ein guter Start in den Tag!
Um 11 Uhr ging es dann für mich los mit dem ersten Live-Auftritt auf der großen Bühne. Rainer Schmitt, seines Zeichen die Stimme von Larry Brent, las passenderweise auch Larry Brent. Viel zu gut, denn so überlege ich schon, ob ich diese Kult-Hörspielreihe nicht auch noch kennenlernen muss...
Bisschen unscharf das Foto, weil es stockdunkel war im Raum und meine Kamera mit besonderen Verhältnissen nicht umgehen kann.
Nach der Lesung entschied ich mich für einen ersten ernsthaften Rundgang und schob und drängelte mich durch Massen von Hörspielfans.
Vorm EUROPA-Stand bespaßte
Tom Steinbrecher (Produzent der Hörspielserie "Andi Meisfeld" ) gerade einen kleinen Fan...
...und Dennis Rohling und Michael Eickhorst vom
Hörplanet waren schon mitten im Verkaufsstress...
...Dennis später noch im Interview, standhaft im eiskalten Wind.
Für mich ging es dann hoch zur kleinen Bühne, wo um 12 Uhr ein Talk zum OHRKANUS stattfinden sollte. Abwechselnd erzählten Günter Merlau (
LAUSCH), Katja Brügger (Sprecherin), Raimon Weber (Autor/Produzent), Patrick Holtheuer (Betreiber von
www.hoerspielhoelle.de) und Charles Rettinghaus (Sprecher und Moderator der letzten OHRKANUS-Verleihung) von der Preisverleihung und der Entstehung des OHRKANUS. Gespickt mit lustigen oder emotionalen Anekdoten kam es zu einem tollen Gespräch, kurzweilig und unterhaltsam für die Zuhörer.
Danach ging es weiter mit "Stars der Kindheit - Kinderstars", ein Talk mit Sascha Draeger (u.a. "Tarzan/Tim" in TKKG), Christian Stark ( u.a. "Rüdiger" in "Der kleine Vampir" ), Stephan Chrzescinski (u.a. "Dickie" in Enid Blytons "Geheimnis um..." ) und eigentlich auch Torsten Sense, doch der tauchte gar nicht auf. Schade.
Die Moderatorin Sabrina Heuer war absolut großartig und hat die drei Sprecher wunderbar befragt. Jeder wurde mit den "Jugendsünden" seiner Sprecherkarriere konfrontiert und stand danach Rede und Antwort. Es war sehr interessant, ein paar Hintergründe zu erfahren, z.B. dass es gar nicht so einfach ist, wenn der eigene Vater ebenfalls als Sprecher arbeitet, weil es dann doch etwas strenger zugeht als bei anderen.
(von links nach rechts: Stephan Chrzescinski, Sascha Draeger, Christian Stark)
Sascha Draeger war später noch sehr gefragt, aber wen wundert's?
Nach dem Talk war es Zeit endlich mal eine Kleinigkeit zu essen. Für Verpflegung war durch einen kleinen Imbiss gesorgt, wo es von Pommes über Pizza bis zu Fischbrötchen einiges an Auswahl gab. An mehreren Bars konnte man sich außerdem mit Getränken versorgen.
Beim Essen lauschte ich einem Interview mit Wolfgang Bahro, den die meisten wohl aus "GZSZ" kennen, der aber auch aktiv als Sprecher arbeitet. Unter anderem hat er als "Josh" in der Hörspielreihe "Caine" mitgewirkt.
Gesättigt ging ich dann erst mal einkaufen in der proppenvollen Lauschstoff-Handlung mitten in der Markthalle. Soooo viel habe ich aber gar nicht ausgegeben und das trotz der mannigfaltigen Versuchungen dort.
Bald stand dann mal wieder ein Besuch bei der Psychothriller GmbH an, dort tummelten sich einfach die nettesten und interessantesten Leute.
John Beckmann (Autor bei DSP und der Hörspielreihe "Lady Bedfort" ) war mittlerweile am Stand...
...außerdem war Patrick Bach (Schauspieler und Sprecher) anwesend.
Rechts im Bild ist
Carsten Steenbergen (Autor von Kurzgeschichten, Hörspielen / Hörbüchern), den ich bisher nur über Facebook kannte und hier mal persönlich kennenlernen durfte. Eine von vielen neuen Bekanntschaften, mit denen man vorher gar nicht rechnet. Das fand ich besonders schön an dieser Messe. Man plaudert mit meist wildfremden Menschen und versteht sich einfach.
Manchmal sogar auch mit bekannten Menschen, wie z.B. Markus Heitz...
Richtig glücklich war ich, als dann Tetje Mierendorf auftauchte. Ich liebe ihn als Sprecher des "Oliver Zornvogel" in der Reihe "Peter Lundt" und habe mir als braver Fans natürlich noch ein Autogramm von ihm geholt.
Hier mal ein Blick in den Raum... Voll war's.
Deshalb habe ich auch immer wieder kleine Pausen an der frischen Luft eingelegt. Auf dem Weg nach draußen sah ich das eine Mal noch Sprecherlegende Helmut Krauss bei der Autogrammstunde bei Hörplanet. Dennis war entzückt...
Vor der Tür traf ich dann eine liebe Bekannte und zusammen mit ihr und ihrer Freundin ging es dann zum "
Peter Lundt"-Livehörspiel, das mal wieder absolut toll war.
(von rechts nach links: Klaus Lauer-Wilms, Tetje Mierendorf, Mark Bremer, Elena Wilms, Uta Dänekamp, Arne Sommer, Angela Quast)
Auf dem Weg zum Liveauftritt hatte ich schon Hendrik Buchna erspäht, also musste ich unbedingt noch mal zum DSP-Stand, um mir auch noch seine Unterschrift zu sichern. Hat geklappt.
Eindeutig der Mann mit der ausgefallensten Frisur des Tages...
Kurz danach war dann Autogrammstunde am LAUSCH-Stand mit Günter Merlau und Christian Stark, die ordentlich zu tun hatten, aber mit Lackstiften in verschiedenen Farben auf jedes Cover vorbereitet waren.
Den späten Nachmittag habe ich dann mit einigen Live-Veranstaltungen ausklingen lassen, beginnend mit dem Finale des Sprechercastings von EUROPA auf der kleinen Bühne, bei dem es eine Nebenrolle in der Reihe "Dragonbound" zu gewinnen gab.
Die drei Finalisten Monika Heim, Christopher Albrodt und Claudius Zimmermann waren alle toll, doch der Gewinner und älteste Teilnehmer Claudius Zimmermann war einfach der Beste. Er hat das Publikum wirklich zum Grölen und Applaudieren gebracht und einen verliebten Rodge sowie eine fiese Vargone zum Besten gegeben. Ich freu mich schon darauf, seine Stimme wiederzuhören.
Auch das Publikum wurde in der Beratungsphase der Jury noch gefordert. Für die Folgen 5, 8 und 9 wurden Sprechgesänge und Kampfesrufe aufgenommen, was für einen Heidenspaß sorgte.
Wieder zurück ging dann nach einem weiteren kleinen Einkauf am Marctropolis-Stand zur großen Bühne, wo eigentlich um 17:45 Uhr das "Dorian Hunter"-Livehörspiel stattfinden sollte. Dort las noch Annina Braunmiller (Synchronstimme von "Bella"

aus "Bis(s) zum Morgengrauen". Das war tatsächlich auch für mich als Nicht- Bis(s)-Fan sehr unterhaltsam, denn Annina plauderte munter aus dem Nähkästchen, beschrieb Pannen bei den Aufnahmen zu den Hörbüchern und nahm dabei auch immer wieder sich selbst auf die Schippe. Zum Ende beantwortete sie dann noch Fragen aus dem Publikum, die so zahlreich waren, dass ich die "Dorian Hunter"-Crew leider nicht mehr sehen konnte. Um meinen Zug noch zu bekommen, musste ich los.
Nun ja... dann eben beim nächsten Mal.
Erst mal hieß es wieder "Bye, bye Hamburg", doch gestern ist nicht alle Tage – ich komm wieder, keine Frage.
Meine erste HÖRSPIEL war unbeschreiblich toll, die Stunden vergingen wie im Flug, ich habe viele Sprecher/Sprecherinnen sehen und erleben können, die ich sehr bewundere oder neu entdeckt habe, und einige nette Menschen getroffen, die den Tag noch schöner gemacht haben.
Es herrscht dort eine ganz besondere Atmosphäre, die man am besten selbst einmal erlebt. Es lohnt sich.