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Re:Bissduvergisst - Friederike Schmöe (1 Leser) (1) Gäste
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THEMA: Re:Bissduvergisst - Friederike Schmöe
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#32436
Stephie (Admin)
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Bissduvergisst - Friederike Schmöe Gepostet: 07.03.2010 00:00  
Bisduvergisst: Kea Laverdes dritter Fall - Friederike Schmöe
Titel: Bisduvergisst: Kea Laverdes dritter Fall
Autor: Friederike Schmöe
Verlag: Gmeiner Verlag
ISBN13/EAN: 9783839210345
Seiten: 274
Erschienen: 2010-02-08

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Preis: 11,90 EUR


Das Buch: Sommer 2009, während der "Landshuter Hochzeit". Als die 82-jährige Irma Schwand die niederschmetternde Diagnose Alzheimer erhält, beauftragt sie die Münchner Ghostwriterin Kea Laverde, ihre Erinnerungen aufzuschreiben. Die Autobiografie ist für ihre Enkelin Julika bestimmt. Doch kurz nach dem letzten Interview mit Irma wird das Mädchen ermordet aufgefunden.
Während der Kokon des Vergessens sich immer enger um die alte Dame schließt, entdeckt Kea, dass Irma jahrzehntelang einen Mord gedeckt hat – eine Tat, die in den letzten Wochen des 2. Weltkriegs geschah...



Die Autorin (Verlagsinfo): Friederike Schmöe wurde 1967 in Coburg geboren. Heute lebt sie in Bamberg. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit ist die habilitierte Germanistin als Dozentin an den Universitäten in Bamberg und Saarbrücken beschäftigt. Mit Katinka Palfy, der kultigen Heldin ihrer ersten acht Romane, hat sie sich in der Krimiszene längst einen Namen gemacht. "Bisduvergisst" ist nach "Schweigfeinstill" und "Fliehganzleis" der dritte Band ihrer neuen Krimiserie um die Münchner Ghostwriterin Kea Laverde.


Meine Meinung: Mit Kea Laverdes drittem Fall ist Friedrike Schmöe ihr bislang bestes Buch um die eigensinnige Ghostwriterin gelungen. Waren die Vorgänger schon spannend und mitreißend, ist "Bisduvergisst" nun der bisherige Höhepunkt.

Bereits nach den ersten Sätzen ist Kea einem wieder nah und man wird von der Intensität des Textes mitgerissen. Mittlerweile hat sie sich zu einer guten Bekannten, fast schon Freundin entwickelt, deren Leben man gern verfolgt. Natürlich freut man sich auch auf ein Wiedersehen mit Nero Keller und Juliane, doch Keas und Neros Ermittlungen stehen eher im Vordergrund. Ohne es anfangs zu wissen, sind sie an der selben Geschichte dran, nur starten sie von völlig unterschiedlichen Seiten. Geschickt hat die Autorin ihre Wege miteinander verwebt, und lässt es am Ende noch mal ordentlich krachen.
Besonders berührend sind die Passagen aus Irmas Sicht. Erkrankt an Alzheimer muss sie um jede Erinnerung kämpfen. Ihre Unsicherheit und Hilflosigkeit sind spürbar, aber auch der Wille, sich (noch) nicht unterkriegen zu lassen. Genauso intensiv sind Irmas Erinnerungen an den 2. Weltkrieg, die letzten Tage, die sie mit ihrer besten Freundin Lisa verbrachte. Die Bedrückung und Verzweiflung, die Stärke der Mädchen und ihre Hoffnung, ihre Anspannung überträgt sich direkt auf den Leser. Dazu kommt noch das Geheimnis Irmas, die damals eine große Schuld auf sich nahm, über die sie nie sprechen konnte. Es entsteht eine großartige Atmosphäre, die diesen Krimi zu etwas Besonderem macht. Friederike Schmöe hat das Talent, mit ihrem entspannten und ausdrucksvollen Schreibstil nicht nur Spannung, sondern auch viel Gefühl vermitteln. Eine Mischung, der man sich nicht entziehen kann...

Bis zum dramatischen, tragischen aber vollkommen passenden Ende wird eine Lesepause fast unmöglich. Gewohnt kurze Kapitel mit offenen Enden gewährleisten einen durchgehenden Spannungsanstieg und aufregende Lesestunden. Perfekte Krimiunterhaltung, die süchtig macht.

 
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Sommer ist die Zeit, da die Tage wegtropfen wie der Honig vom Löffel.
Wallace Stegner
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#32487
Chiara (Benutzer)
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Re:Bissduvergisst - Friederike Schmöe Gepostet: 08.03.2010 20:41  
Die 82 jährige Irma Schwandt erfährt dass sie an Alzheimer erkrankt und möchte bevor die Erinnerungen immer mehr verblassen ihre Geschichte loswerden. Sie wendet sich an die Ghostwriterin Kea Laverde und beauftragt sie ein Buch für ihre Enkelin Julika zu schreiben.

Der Roman ist sehr vielseitig und eindrucksvoll. Irma schleppt ihr Leben lang ein düsteres Geheimnis mit sich herum, dass sie zeitlebens sehr belastet und sie vielleicht auch in die Krankheit des Vergessens treibt.

Mitten in der Vorbereitung der Landshuter Hochzeit geschieht ein Mord. Bei der Leiche wird eine Cd-Rom gefunden, dass ruft Keras Freund Nero Keller von der Kripo für Internetkriminalität auf den Plan. So ergibt es sich das Kea’s und Nero’s Wege sich in Landshut kreuzen was auch für einigen Wirbel sorgt.
Durch Irma erlebt der Leser die letzten Tage des Krieges mit den Gefahren und Ängsten. Man erfährt einiges über die Landshuter Hochzeit und dank Friederike Schmöe weiß ich jetzt auch was man unter „Pishing „ versteht.

Man lernt bezaubernde ältere Menschen kennen. Kommissar Michel Leitner mit 60 auch nicht mehr der Jüngste war mir auf Anhieb sympathisch. Die rüstige Juliane, Kea’s Ersatzmutti ist ein echter Goldschatz, die 90 jährige Gerda und natürlich auch Irma haben mich sehr beeindruckt.

Natürlich fehlt es auch nicht an Spannung. Die Neugierde wird sehr früh geweckt und nur häppchenweise befriedigt so, dass es bis zum Ende spannend bleibt.
 
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#32572
schlumeline (Benutzer)
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Re:Bissduvergisst - Friederike Schmöe Gepostet: 10.03.2010 17:30  
Meine Meinung zum Buch:

Bissduvergisst ist der dritte Kriminalroman der Autorin Friederike Schmöe rund um die Münchner Ghostwriterin Kea Laverde.

Im Sommer 2009 erhält Kea den Auftrag die Erinnerungen der 82-jährigen Irma Schwand aufzuschreiben. Irma leidet an Alzheimer und möchte ihre eigenen Erinnerungen für ihre geliebte Enkelin Julika in Worte fassen lassen. Die alte Dame ist nicht nur krank, sondern ihr scheint auch ein Erlebnis aus der Vergangenheit auf der Seele zu liegen.
Während Kea noch mitten in den Gesprächen mit Irma steckt, wird deren Enkelin Julika tot aufgefunden und das mitten in den Vorbereitungen zur alle 4 Jahre stattfindenden Landshuter Hochzeit, an der auch Irma in der Vergangenheit meist maßgeblich beteiligt war. Bei der Leiche wird eine CD mit Daten gefunden. Schnell steht fest, dass Julika ermordet wurde. Sie ist ertrunken, in einer Pfütze. Mit der Aufklärung des Falles ist unter anderem Kea’ s Lebensabschnittsgefährte Nero Keller beschäftigt und so kommt es, dass sowohl Kea als auch Nero unbeabsichtigt auf den Spuren der Vergangenheit der „Schwandschen Famile“ wandeln, jeder auf seine Art.

Der Roman Bisduvergisst verknüpft hier Vergangenheit und Gegenwart miteinander. Besonders gut gelingt dies durch Irmas gedankliche Rückblicke auf die Kriegszeit. Irma und ihre Freundin Lisa hatten in den Kriegsjahren mit manchen Problemen zu kämpfen.
Die Autorin schafft es durch die Einflechtung von Irmas Gedanken den Leser langsam zu
Irmas verborgener Schuld zu führen. Diese hängt wohl mit ihrer Freundin zusammen. Aber was geschah damals wirklich? Und: Hängt dieses Geschehen mit dem jetzigen Tod von Julika zusammen?

Die Suche nach dem oder den Täter/n gestaltet sich recht schwierig, denn es gibt so viele Ansätze. Wo liegt das Motiv? Hat der Tod von Julika etwas mit der gefundenen CD zu tun, oder mit der Landshuter Hochzeit?

Ein Nebenschauplatz des Buches ist selbstverständlich die Beziehung zwischen Kea und Nero. Beide zweifeln hier und da an ihrer Partnerschaft und werden auf eine harte Probe gestellt. Nicht nur sie selbst fragen sich mehr als einmal, ob sie überhaupt zusammen gehören.

Die unterschiedlichen Handlungsstränge sind jeder für sich ausgezeichnet ausgearbeitet. Am ausdrucksstarksten ist hier Irmas Gefühlswelt. Unter welchen Anstrengungen und mit welcher Kraft aber auch Angst und Verzweiflung haben Lisa und Irma die letzten Kriegstage verbracht. Der Leser erlebt diese Gefühle hier förmlich selbst.
Aber auch Irmas heutige familiäre Beziehungen werden sehr genau unter die Lupe genommen.

Bisduvergisst ist mehr als ein Kriminalroman. Jedes einzelne Kapitel des Romans geht unter die Haut, nicht mit atemberaubender Spannung, aber durchgängig mit der Frage nach dem wie und warum. Die kurzen Kapitel halten den Leser so gefangen, dass das Buch einfach weiter gelesen werden muss.
 
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#32591
hasewue (Benutzer)
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Re:Bissduvergisst - Friederike Schmöe Gepostet: 11.03.2010 13:17  
Auch Kea Laverdes dritter Fall überzeugt den Leser. Durch einen facettenreichen Erzählstil erschafft Friederike Schmöe eine wundervoll passende Atmosphäre, die die Handlung stimmig macht.
Kea, wie immer sehr sympathisch, hat diesmal auch mit privaten Problemen zu kämpfen. Ihr Privatleben wird in "Bisduvergisst" sehr gut und nachvollziehbar thematisiert.
Auch zeigt die Autorin hier wieder, was gute Recherchearbeit ist.
Alles in allem ist "Bisduvergisst" ein gelungenes und spannendes Buch, das auch ohne Vorkenntnisse sehr zu empfehlen ist.

5 von 5 Sternen!
 
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#32693
liebelein (Benutzer)
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Re:Bissduvergisst - Friederike Schmöe Gepostet: 14.03.2010 17:24  
Im dritten Fall um die Ghostwriterin Kea Laverde entführt uns die Autorin Friederike Schmöe nach Landshut. Hier läuft die Vorbereitung zu den traditionellen Festspielen der "Landshuter Hochzeit" auf Hochtouren.

Kea wird von der alten Dame Irma Schwand beauftragt, ihre kleine Biographie für die Enkelin Julika aufzuschreiben, da bei ihr Alzheimer diagnostiziert wurde. Irma beginnt daher insbesondere von ihren Erlebnissen kurz vor Kriegsende. Hier scheint Irma besonders der mysteriöse Tod ihrer damaligen Freundin zu belasten.

Doch bevor Kea die Aufzeichnungen zu Irmas Geschichte abgeschlossen hat, wird Irmas Enkelin Julika mit dem Kopf in einer Pfütze liegend tot aufgefunden. Die Landshuter Polizei und hier insbesondere Keas Freund Nero als Unterstützung ermitteln in diesem Fall im Darstellerbereich der Landhuter Hochzeit, der auch Julika angehörte. Doch auch Kea stellt Nachforschungen mit dem sehr forschen jedoch ungelenken Journalisten Kreuzkamp an, der seinerseits Zeitzeugenberichte über die Kinder des 2.Weltkriegs sammelt.


Mein Eindruck:
"Bisduvergisst" ist meine erster Kriminalroman von Friederike Schmöe, doch es wird nicht der letzte gewesen sein. Toll eingefasst in relativ viele aber kurze Kapitel taucht man abwechselnd in die Vergangenheit Irmas zur Zeit des Kriegsendes und in die Gegenwart der Ermittlungen um Julikas Mörder ein. Und alles läuft irgendwann zusammen...

Dies ist sicher kein Krimi mit hochspannungsreichem Schlagabtausch, hier baut sich Spannung leise und zunehmend auf. Die immer weiter zunehmende Krankheit Alzheimer ist hier ein großes Thema, ebenso die Schuldgefühle Irmas, die unbewusst ihr Leben einen Mord gedeckt hat und sich selbst schuldig fühlte. Das Schicksal von Irma lässt mich als Leser sehr nachdenklich zurück und berührt mich persönlich sehr stark. Schlimm, wenn die Erinnerungen langsam verblassen und die Bilder der Vergangenheit einfach verloren gehen. Und der Wille, gegen dies anzukämpfen, aber leider irgendwann bewusst nicht mehr mitzukommen.

Gewürzt wird die doch sehr traurige und tragisch endende Geschichte durch die persönliche Beziehung und die kleinen Querelen zwischen Nero und Kea, und dem unermüdlichen Tatendrang Keas, die Wahrheit ans Licht zu bringen.
Eine Frau nach meinem Geschmack, die sich nicht unterkriegen und sich so einfach nichts sagen lässt. Sie passt sehr gut in Ihrer Rolle als Ghostwriterin in diese Geschichte, da es auch mal etwas anderes ist, als die sonst so gewohnten polizeilichen Ermittler als Hauptfigur eines Krimis zu haben.

Ich bin auf die weiteren Bücher mit der sympathischen Kea Laverde sehr gespannt!
 
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#33271
sueorange (Benutzer)
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Re:Bissduvergisst - Friederike Schmöe Gepostet: 02.04.2010 11:04  
Da die Ghostwriterin Kea Laverde im Moment keine interessanten Projekte in Aussicht hat, kommt ihr die Anfrage einer älteren Dame aus Landshut sehr gelegen. Die 82 jährige Irma Schwand hat vor kurzem eine erschreckende Diagnose erhalten: Alzheimer- Demenz. Darum bittet sie Kea ihre Biographie zu schreiben, jedoch nur eine einzelne Geschichte, ca. 50 Seiten solle das Büchlein haben und dieses möchte sie gerne ihrer Enkelin Julika schenken.

Doch noch während der biographischen Arbeit wird Julika ermordet aufgefunden. Wird sich Irma lange genug erinnern können, um Kea von einem Ereignis erzählen zu können, das zum Ende des zweiten Weltkrieges geschah und sie bis heute belastet? Kea fängt auf eigene Faust an Nachforschungen zu betreiben.

Bei der toten Julika, die als Spielmannsfrau bei der Landshuter Hochzeit auftreten sollte wird eine verdächtige CD mit unbekannter Computersoftware sicher gestellt, deswegen wird Nero Keller in seiner Funktion als Experte für Internetkriminalität beim LKA herangezogen. Mal wieder sind Nero und Kea in dasselbe Geschehen verstrickt, wie sich das wohl auf ihre Beziehung auswirkt?

Kea ist mir schon längst ans Herz gewachsen und gerade ihre besondere Perspektive (als Ghostwriterin) auf das jeweilige Geschehen hat einen eigenen Reiz. Mir hat der dritte Teil der Krimireihe bis jetzt am besten gefallen, vielleicht, da Irmas Einblick in die Zeit des Krieges so spannend war. Es ist ja nach wie vor selten, dass jemand davon erzählt. Auch der Blick auf Irmas Krankheit war sehr interessant. Wie auch schon in den Romanen davor ist es der Autorin gelungen, den Leser lange rätseln zu lassen, was wohl wirklich geschah und wer der Täter war.

Nun erwarte ich schon wieder sehnsüchtig Keas nächste Geschichte.
 
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#33649
Malin19 (Benutzer)
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Re:Bissduvergisst - Friederike Schmöe Gepostet: 12.04.2010 00:10  
Die Münchener Ghostwriterin Kea Laverde bekommt endlich wieder einen interessanten Auftrag . Sie soll die Erinnerungen einer 82jährigen über die letzten Kriegstage festhalten , da diese an Alzheimer leidet. Bevor sie ihre ganzen Erinnerungen verliert , möchte Irma Schwand für ihre geliebte Enkelin Julika ihre Geschichte festgehalten wissen. Kea ist gerade erst am Anfang , da wird Julika ermordet , in ihrer Tasche eine merkwürdige CD.
Der dritte Fall der Kea Laverde hat mir am besten gefallen . Fast nahtlos gliedert er sich an zweiten Band an . Nebenfiguren wie Nero oder ihre Freundin Juliane kommen mir schon wie alte Bekannte vor. Bisduvergisst hat zwei Handlungsstränge : Gegenwart , in der Kea versucht den Mord an Julika aufzulösen und die Erinnerungen von Irma Schwand an ihre Freundin Lisa , die in den letzten Kriegstagen ihr Leben verlor .Gerade diese Erinnerungen gefielen mir sehr gut , am Ende kommen beide Stränge zu einem schlüssigen Ende zusammen .
Zu einer tollen Krimistory kommt noch eine sehr sympathische Protagonistin , die das Herz auf dem rechten Fleck hat und sich auch in Liebesdingen nichts vormachen lässt.Ich erwarte voller Ungeduld den nächsten Band...
 
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#37141
SummerRain (Benutzer)
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Re:Bissduvergisst - Friederike Schmöe Gepostet: 24.06.2010 09:54  
Wir schreiben das Jahr 2009. Kea Laverde, die pfiffige Ghostwriterin steckt mitten in einem Sommerloch. Die Beziehung mit Nero Keller hat ihre Tücken und auch mit der Arbeit will es momentan nicht vorangehen. Nicht, dass es ihr an Aufträgen mangele. Doch Ratgeber, ihre Spezialität, schlagen ihr derzeit ebenso aufs Gemüt wie der ständige Regen...
Gerade zur rechten Zeit erhält Kea einen Anruf von Irma Schwand, Jahrgang 1927, Patientin der Alzheimer-Demenz. Zunächst ist Kea ob der Diagnose skeptisch, doch 50 Seiten an maximal zwei Abenden, eine einzige Geschichte für gutes Geld. Da nimmt sie doch gern eine Stunde Autofahrt in Kauf.
Die alte Dame lebt in Landshut, jenem beschaulichen Städtchen, in dem, zu Ehren der einstigen politischen Eheschließung zwischen Herzog Georg dem Reichen und Polens Fürstentochter Hedwig anno 1475, ein rauschendes Fest, besagte Landshuter Hochzeit, stattfindet.
Ihre Geschichte erzählt sie für Julika, ihre Enkelin, die ebenfalls in Landshut wohnt.
Irma und Lisa - Erinnerungen an den 2. Weltkrieg, an Gefangenschaft, an Tod, an Zerstörung. Lisa und Irma - Freundinnen für immer und ewig!
Doch dann wird Julika Cohen, Spielfrau der Landshuter Hochzeit, tot aufgefunden. Ertrunken in einer Pfütze, wahrscheinlich Mord. Parallelen tun sich auf, fand doch auch Lisas Leben in einer Pfütze sein Ende.
Worin besteht die Schuld Irmas, die sie seit Jahrzehnten mit sich herum trägt? Gibt es einen Zusammenhang der Ereignisse? Oder ist der Hintergrund für Juleikas Ableben womöglich in der Phishing-Szene zu suchen? Keas Spürsinn ist geweckt...

Nach SCHWEIGFEINSTILL und FLIEHGANZLEIS liegt die Messlatte hoch, doch Friederike Schmöe kann mühelos auch mit dem aktuellen Titel BISDUVERGISST punkten.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und angenehm zu lesen. In Nullkommanichts ist man als Leser wieder inmitten Kea Laverdes Leben, Lieben und Leiden.
Die sympathische Ghostwriterin gelangt einmal mehr über einen anfangs harmlos wirkenden Auftrag in eine Geschichte, die es in sich hat.
In wechselnden Perspektiven und Zeiten erhält der Leser über sechsundsiebzig Kapitel Schritt für Schritt Einblick in aktuelles, aber auch längst vergangenes Zeitgeschehen. Hinweise zum Thema Phishing sowie die große Schuldfrage Irmas stehen im Raum und sorgen für zusätzliche Verwirrung, Spannung und Rätselspaß. Es entstehen immer neue Entwicklungen und überraschende Wendungen. Der Lösung fehlt es nicht an Dramaturgie, das Ende kommt definitiv unerwartet!
Im folgenden Nachwort nimmt die Autorin kurz Stellung zu Wahrheitsgehalt und erfundener Erzählung.
Friederike Schmöe beschreibt sehr lebendige Charaktere, fängt gekonnt Emotionen ein und ist auch in der Lage, diese zu transportieren. So entsteht ein sehr menschliches und glaubhaftes Konstrukt, dem es an Realismus nicht fehlt. Ein großer Pluspunkt ist die Einbettung fiktiver Erzählung in ein ergänzendes authentisches Geschehen. Mit Recherchearbeit ist die Autorin bestens vertraut und das merkt man ihren Werken an. Ob Kriegswirren, Mauerfall, Landshuter Hochzeit oder gar das 200jährige Bestehen des Oktoberfests, wie wir es im vierten Band erwarten dürfen - mit Friederike Schmöe fühlt man sich live vor Ort...
Zu einem überzeugenden Inhalt gehört ein gefälliges Cover. Der Gmeiner Verlag, Spezialist für Themenkrimis im deutschsprachigen Raum, hat sich für den dritten Fall der patenten Protagonistin etwas Besonderes einfallen lassen. In einer Kombination aus mattem Hintergrund und hochglänzenden Akzenten zeigt sich ein Motiv, das zum Romaninhalt passt. Papier, Satz und Druck des Paperbacks sind tadellos.

Fazit:
Emotionale Charaktere, dichte Atmosphäre und gut recherchierte Hintergründe bilden die Basis der mehrteiligen Krimiserie mit Lokalkolorit. Ghostwriterin Kea Laverde geht in die dritte Runde und sorgt erneut für Begeisterung beim Leser.
 
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#38750
roseF (Benutzer)
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Re:Bissduvergisst - Friederike Schmöe Gepostet: 26.07.2010 16:00  
Auch in diesem dritten Teil geht es wieder spannend zur Sache. Kea bekommt einen Anruf von einer älteren Dame, die sie beauftragt, ihre Biografie zu schreiben. Bei dieser älteren Dame handelt es sich um Irma Schwand aus Landshut, die die Diagnose Alzheimer-Demenz bekommen hat und nun für ihre über alles Geliebte Enkelin Julika ihr Leben schriftlich festhalten will. Doch dazu kommt es nicht mehr, denn schon kurz nachdem Kea in Landhut bei Frau Schwand angekommen ist, wird Julika tot aufgefunden. Scheinbar ertrunken in einer Pfütze. Doch schon bald stellt sich heraus, dass es Mord war und das dieses Verbrechen eng mit den Geschehnissen in Irma Schwands Vergangenheit zusammenhängen. Und schon bald ist Kea und ihr Freund Nero vom LKA wieder unmittelbar im Fall drin.

Die Autorin Friedericke Schmöe hat mit ihrer Figur Kea Laverde eine sehr sympathische und realistische Figur geschaffen, mit der sich sicher eine Menge Frauen identifizieren können oder die gerne so sein möchten wie sie. Schon durch einen heftigen Schicksalsschlag geprägt, entwickelt Kea in jedem Buch eine für sie eigene Stärke, die sie bewundernswert macht.

Der Spannungsaufbau ist auch wieder super gelungen. Gerade zum Ende hin wo die Spannung fast unerträglich wird, werden die Kapitel und die Perspektivwechsel immer schneller und kürzer. Der Leser ist somit gezwungen immer wieter zu lesen.

Wirklich wieder ein super Fall, der aber auch die Schrecken am Ende des 2. Weltkrieges gut beleuchtet und einmal aus einer eher unbekannten Sichtweise darstellt. Somit kann der Leser neben einem spannenden Krimi auch noch etwas lernen.
 
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