Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen von Hallgrímur Helgason![]() Bewertung: ♥♥♥♥♥ Verlag: Tropen Bei Klett-Cotta ISBN13/EAN: 9783608501087 Erschienen: 2010-02 Preisvergleich Mitglieder-Rezensionen zu Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen von Hallgrímur HelgasonRezension und Bewertung von Chiara: ♥♥♥♥♥ Das war ja mal was, total schräg, verrückt auf schockierende Weise zum Schreien komisch, makaber, lustig aber auch bewegend und traurig. Die Story beginnt ab Seite 1 mit rasantem Tempo, gegen Buchmitte ebbt es ein wenig ab und bekommt dann noch mal richtig Schwung. Tomislav Boksic, Kroate lebt in NYC als Auftragskiller, 66 Morde gehen auf sein Konto, Mord ist sein Geschäft ,als 3 facher Sixpack hat er sich einen Namen gemacht . Doch bei seinem letzten Auftrag geht einiges schief. Das letzte Opfer ist ein FBI Agent und nun wird es richtig brenzlig. Mit glattrasiertem Schädel, als Russe getarnt und gefälschtem Ausweis möchte er über Frankfurt nach Zagreb fliegen und bei seiner Mutter untertauchen. Kaum entdeckt er das FBI , bekommt er kalte Füße, sucht Zuflucht auf der Toilette und entdeckt dort einen Mann ebenfalls mit Glatze und ähnlicher Statur. Kurzentschlossen legt er ihn um, tauscht die Klamotten, nimmt die Papiere an sich und befindet sich nun ausgerechnet als Father Friendly auf dem Weg nach Island und soll in einer Fernsehshow predigen. Doch auch in Island läuft nicht alles rund, die Vergangenheit holt ihn ein und als er schlechte Nachrichten aus NYC erhält, möchte er sich das Leben nehmen. Das geht allerdings gründlich daneben und so schleppt er sich völlig lädiert zu seiner Gastfamilie und legt sein Schicksal in ihre Hände. Jetzt stehen sie vor der Wahl ihn der Polizei zu übergeben oder im Rahmen der Nächstenliebe ein großes Risiko auf sich zu nehmen und einen Auftragskiller zum Christen zu bekehren. Der Leser erhält nach und nach immer mehr Information aus dem Leben von Tomisalv genannt Toxic, so erfahren wir einiges über seine Opfer, den Krieg in Jugoslawien und diverse Identitäten in die er problemlos schlüpft. Dieses Buch fällt völlig aus dem Rahmen trieft vor Rabenschwarzem Humor und eignet sich vermutlich nicht für allzu zarte Gemüter. Was auf jeden Fall nicht aufkommt ist Langeweile. Selbst das Ende lässt Raum für Spekulationen. Rezension und Bewertung von Freiwelt: ♥♥♥♥♥ Tomislav Boksic, genannt Toxic, ist Auftragkiller in New York und zwar ein ausgezeichneter. 65 Morde ging alles gut, nur leider ist der 66. ein FBI-Mann gewesen. Das geht natürlich garnicht. Fahndung im Fernsehen etc. Also muss er untertauchen, in Zagreb, in der alten Heimat Kroatien. Eine neue Identität ist schnell geschaffen. Als Igor Illitsch macht er sich auf den Weg. Dieser Weg endet aber schon am Flughafen, wo er die FBI Leute schnell erkennt. Er kann sie förmlich riechen. Gott sein Dank triff er auf der Herrentoilette den Priester Father Friendly. Diesen bringt er kurzerhand um und da eine gewisse Ähnlichkeit besteht ist er nun Father Friendly. Dessen Reise führt leider nach Island. Island ist leider das genaue Gegenteil von Toksic bisheriges Leben. Island hat keine Armee, es gibt so gut wie keine Morde in Island und außerdem ist es furchtbar kalt. In Island selbst passieren dann sehr interessante Dinge. Ich habe schon lange nicht mehr soviel gelacht. Ein sehr schwarzer Humor, der aber auch ab und zu einige ernste Stellen, vor allem wenn es zu Toxics Betrachtungen zum Kriege kommt. Auch wenn der "Beruf" des Auftragskiller kein sehr positives Bild erwarten lässt, hat der Autor es doch geschafft eine sehr symphatische Hauptfigur zu schaffen. Einzig das Ende ist etwas enttäuschend, da es doch einiges offen läßt und sich jeder wohl selbst darüber Gedanken machen muss wie es weitergegangen ist. Rezension und Bewertung von Prettytiger: ♥♥♥♥♥ Inhalt: Tomislav Boksic ist Auftragskiller für die kroatische Mafia. Gemeinsam mit seiner südamerikanischen Freundin Munita Rosales lebt der aus Split in Kroatien stammende Tomislav in New York, Amerika. Unter dem Decknamen Toxic verbreitet er Angst und Schrecken, denn er führt seine Aufträge stets sehr gründlich aus. Doch dann geht etwas schief. Bei seinem 66. Auftragsmord wird Toxic vom FBI erwischt. Nur mit viel Mühe und knapper Not kann er den Polizisten entkommen und beschließt nun, sich ins Ausland, nach Zagreb abzusetzen. Unter dem Namen Igor Illitsch versucht Toxic also, das Land zu verlassen. Doch der amerikanische Statt hat auf Toxics 66. Mord reagiert und so wimmelt es am Flughafen von New York von Undercoveragenten. Als Toxic dies bemerkt, versteckt er sich in einer Herrentoilette. Dort bringt er den freundlichen Pastor David Friendly um und nimmt dessen Identität an. Mit Hilfe dessen Papiere gelingt es Toxic, nach Island auszureisen, wo Mr. Friendly am Flughafen bereits von zwei Einheimischen erwartet wird. Ohne zu überlegen geht Toxic auf die beiden zu und sie nehmen ihn mit zu sich nach Hause, wo er erfährt, dass er als Fernsehprediger in einer christlichen TV Show auftreten soll. Nach einem Anruf von Niko Nevolja, seinem Auftraggeber und Freund, der Toxic anweist in Island zu bleiben, da nun auch in Zagreb das FBI bereits nach ihm suchen würde, sieht sich Toxic im Haus seiner Gastgeber Gutmunduhr und Zickrita um, die gerade beide auf der Arbeit sind. Dabei bemerkt er eine junge blonde Frau, die im Haus nach etwas zu suchen scheint. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei Gunnhildur, die Tochter seiner Gastgeber handelt. Toxic findet sie sofort sehr sympathisch, muss sich aber wegen seiner Identität als Priester stark zurückhalten. Nach und nach lebt sich der Auftragskiller in Island ein und trifft dort auf viele interessante neue Leute. Doch eines Tages stehen plötzlich zwei Polizisten vor der Türe und fragen nach Mr. Friendly, woraufhin Toxic flieht. Er stiehlt einen Pizzawagen und bricht in ein fremdes Haus ein, in dem er sich einige Tage lang versteckt. Als jedoch die Bewohner des Hauses aus dem Urlaub zurückkehren, sieht er keinen anderen Ausweg mehr, als Gunnhildur um einen Unterschlupf in deren Wohnung zu bitten. Gemeinsam mit Tröster, den Toxic für ihren Bruder hält, wohnt Gunnhildur in einer kleinen unordentlichen Wohnung mitten in Reykjavík. Widerwillig lässt Gunnhildur Toxic auf dem Dachboden der Wohnung übernachten und die beiden freunden sich langsam an und beginnen schließlich eine leidenschaftliche Affäre. Alles könnte nun gut sein, doch Toxic hat seiner Geliebten Munita gegenüber ein schlechtes Gewissen und versucht sie deshalb zu erreichen. Von einem Portier aus Amerika erfährt er schließlich, dass man Munita tot aufgefunden hat. Toxic ist verzweifelt und am Boden zerstört. Er weiß nicht, was er tun soll und sieht in seiner Misere nur einen Ausweg: seinen Selbstmord durch einen Sprung von einer Brücke. Er überlebt diesen Sprung jedoch schwerstverletzt und hat gerade noch genug Kraft, sich zum Haus von Gutmunduhr und Zickrita zu schleppen. Die beiden sind zunächst über sein Erscheinen nicht begeister, beschließen jedoch als gute Christenmenschen, Toxic zu pflegen und vor der Polizei zu verstecken. Mit Hilfe des christlichen Predigers Tortur wollen sie Toxic zurück auf den Weg der Tugend bringen. Zunächst erhält Toxic einen isländischen Pass auf den Namen Tomas Leifur Olafson und somit eine neue Identität. Über Torturs Beziehungen wird es Toxic dann auch noch ermöglicht, in einem Zimmer im Hard Work Hotel zu wohnen, wo er auch einen neuen Job annehmen kann. Wieder scheint für Toxic alles gut zu laufen. Doch ein Mitbewohner stirbt, da er zu viel Koks in seinem Körper geschmuggelt hat. Obwohl die Leiche unauffällig weggeschafft wird, scheint die Polizei etwas bemerkt zu haben und möchte nun im Hard Work Hotel Befragungen durchführen. Toxic kann gerade noch die Pistole des Toten entwenden, als die Polizisten auch ihn befragen wollen. Obwohl Toxic Angst hat, selbst verhaftet zu werden gibt er sich souverän und kann allen Fragen der Polizisten gekonnt ausweichen. Doch nun kann er nicht mehr im Hard Work Hotel bleiben und deshalb beschließt Toxic, bei seiner Affäre Gunnhildur einzuziehen. Diese ist jedoch ganz und gar nicht von seiner Idee begeistert und als Tröster versucht, Toxic im Schlaf zu erwürgen, erfährt er, dass Tröster nicht Gunnhildurs Bruder sondern Verlobter gewesen ist. Nach diesem Zwischenfall muss Tröster ausziehen und Gunnhildur und Toxic können nun auch offiziell ein Paar sein. Gunnhildurs Eltern akzeptieren den neuen Schwiegersohn mit der schwarzen Vergangenheit nur schwer, doch mit der Zeit verstehen sie sich immer besser mit Toxic. Als Gunnhildur ihm nun auch noch eröffnet, dass sie von ihm schwanger sei, scheint für Toxic das Glück perfekt zu sein, bis an einem sonnigen Abend Niko vor der Tür seiner Schwiegereltern steht... Mein Eindruck: Der gesamte Roman ist in einer leichten und flüssigen Sprache verfasst, die sich sehr schön lesen lässt. Schon zu Beginn des Buches konnte ich es kaum aus der Hand legen, da es an vielen Stellen spannend ist, aber an anderen Stellen auch zum Brüllen komisch war. Leider störten mich manche Vergleiche von Toxic, die ich an manchen Stellen unangebracht fand und die sich fast nach jedem zweiten Satz fanden. So kategorisiert er zum Beispiel alle Frauen, denen er begegnet nach Tagen. An eine Tag 6 Frau würde er wenn sie die einzige Frau in der Nähe wäre, also am 6. Tag beginnen zu denken. Der schwarze Humor und die Wortspielereien sind einfach grandios. Selbst in den heikelsten Situationen fällt Toxic immer wieder ein cooler Spruch oder sarkastischer Kommentar ein, der mir als Leserin das ein oder andere Schmunzeln entlocken konnte. Jedoch benötigt man eine gewisse Einlesezeit, da man sich zuerst an die morbide, bissige und sehr rabiate Sprache des Auftragskillers gewöhnen muss. Dieser betrachtet im Buch meist nüchtern und emotionslos sein Leben und erst am Ende des Buches zeigt auch der eiskalte Killer Gefühle.Im Verlauf des Romans erfährt man immer mehr Details aus dem Leben von Toxic. Oft erzählt Toxic dem Leser von seinem traurigen Schicksal im Krieg, von den harten Verhältnissen in seiner Familie und man darf auch erfahren, wie der nette Junge Tomislav Boksic zum Auftragskiller wurde. Erst wenn man den Roman zu Ende gelesen hat, kann man die ganzen Teile zu einem fertigen Puzzle zusammensetzen und hat dann eine klare Vorstellung von der Figur Toxic. Alle anderen Personen werden aus der Sicht Toxics charakterisiert. Man kann also nicht genau sagen, wie die einzelnen Protagonisten objektiv betrachtet aussehen und handeln. Durch diese einseitige Betrachtungsweise fehlt leider einigen Charakteren der Tiefgang, obwohl die Person an sich gut beschrieben wird. So finde ich es zum Beispiel sehr schwer, einen genaueren Bezug zu Zickrita aufzubauen und ich weiß auch am Ende des Romans nicht genau, wie ich sie einschätzen soll.Inmitten vieler komischer Stellen finden sich jedoch auch nachdenkliche und sentimentale Passagen. Meist treten diese auf, wenn sich Toxic an den Krieg oder an seine ermordete Freundin Munita erinnert. Auch der Selbstmordversuch zeugt vom wankelmütigen Charakter Toxics, der in Island nicht zurechtkommt und erst durch Gunnhildur lernt, dort zu leben. Durch diese vielen Facetten des Auftragskillers ist es dem Autor sehr gut gelungen, dessen Seelenzustand zu beschreiben. Auch die Wandlung des Killers zum netten Familienvater ist Hallgrímur Helgason gut und glaubwürdig gelungen, obwohl es sich hier um einen 180° Lebenswandel handelt. Mit diesem Roman ist Hallgrímur Helgason ein wirkliches Kunststück gelungen, das durch schwarzen Humor und eine derbe Sprache glänzt. Jedoch ist das Buch nichts für weiche Gemüter, da die Beschreibungen teils sehr morbide sind. Und auch jeder, der ein offenes Ende nicht mag, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Die Geschichte endet nämlich sehr abrupt und man kann sich leider auch nicht wirklich vorstellen, wie es mit Toxic nun weitergehen soll. Man fühlt sich so leider um weitere 10 Seiten betrogen. Mir persönlich hätte ein Happy End in Island gut gefallen, aber das ist alles Ansichtssache. Hinweis: Du musst angemeldet sein, um eine eigene Rezension zu schreiben. Mitglieder, die Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen von Hallgrímur Helgason besitzen
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