In weißer Stille: Kriminalroman von Inge Löhnig![]() Ein Blick hinter die schöne Fassade... (Redakteur: Stephanie Forster)Ein Junge, einsam in einem kalten Keller, ohne Nahrung, ohne Licht. Ganz allein...
Unter der Stiege, die in den Keller führte, befand sich ein Verschlag, der früher zum Einlagern der Kohle gedient hatte. Schwarzer Staub klebte noch in den Ritzen und Ecken, aber das konnte der Junge, der dort auf einem Stapel alter Decken und Vorhänge kauerte, nicht sehen, da es beinahe dunkel war. [...] Durch den zerschlissenen Stoff drang die Kälte des Bodens; der alte Vorhang, den er wie die Decken aus der Altkleiderkiste genommen und sich um die Schultern gelegt hatte, wärmte nicht. Der Junge fror und war hungrig. Aber am schlimmsten war der Durst. Der Schlüssel zur Waschküche und damit zum Wasserhahn hing unerreichbar am Bord oben im Flur. [...] Er musste endlich zu einer Entscheidung kommen, erst dann durfte er nach oben gehen. Doch seine Gedanken drehten sich seit zwei Tagen im Kreis.
Mitglieder-Rezensionen zu In weißer Stille: Kriminalroman von Inge LöhnigRezension und Bewertung von Stephie: ♥♥♥♥♥ Auch mit ihrem zweiten Krimi um den sympathischen Ermittler Tino Dühnfort ist es Inge Löhnig gelungen, mich von der ersten Seite an zu fesseln. Der Prolog verspricht einen spannenden, tiefgründigen Fall und dieses Versprechen hält er auch... Der grausame Mord an dem angesehenen, mittlerweile pensionierten Kinderarzt Wolfram Heckenroth schockiert nicht nur seine Kinder. Der alte Mann musste gefesselt an die Badezimmerheizung seines Wochenendhauses qualvoll verdursten. Wer kann so grausam sein und vor allem warum? Tino und seine Kollegen Gina und Alois graben tief in der Geschichte der Familie Heckenroth und fördern Dinge zu Tage, die niemand für möglich gehalten hätte. Wie schon in "Der Sünde Sold" hat die Autorin komplexe und spannende Charaktere erschaffen bzw. weiterentwickelt. Es gibt kein schlichtes Gut oder Böse, alle haben viele Facetten, die sie auch zeigen dürfen. Das Privatleben der Ermittler wird ebenfalls wieder eingebunden und weitergesponnen. So hat Tino mit seiner Liebe zu Agnes, der Hauptfigur aus dem Vorgängerbuch, zu kämpfen und Gina muss mit beunruhigenden Nachrichten ihrer Ärztin zurecht kommen. Die Verbundenheit zu ihnen verstärkt sich dadurch, sodass man nun gespannt auf den dritten Band der Reihe wartet. Auch die anderen Charaktere wurden ebenso vielschichtig erschaffen und teils kann man aus ihrem Blickwinkel den Verlauf der Ermittlungen verfolgen. Die Leser können dadurch noch tiefer und stärker in die Story eintauchen. Es erwarten einen nicht nur Spannung sondern auch tiefe Emotionen und nachdenklich stimmende Familiengeheimnisse. Es ergeben sich im Laufe der Geschichte Fragen über Fragen, die am Ende des Buches nicht nur logisch sondern auch menschlich nachvollziehbar aufgeklärt werden. Inge Löhnigs Verbrechen sind realitätsnah und passieren wie im wahren Leben gleich nebenan, bei den tadellosen Nachbarn, denen man so etwas nie zugetraut hätte. Eine tolle Mischung aus Familiengeschichte und Kriminalfall, von der Autorin perfekt arrangiert und bis zum dramatischen Ende spannend und mitreißend. Rezension und Bewertung von sueorange: ♥♥♥♥♥ Der pensionierte Kinderarzt Dr. Wolfram Heckenroth wird in seinem Wochenendhaus am Starnberger See tot und gefesselt aufgefunden. Als Todesursache wird ein qualvolles Verdursten, das mehrere Tage andauerte, festgestellt. Kriminalkommissar Konstantin Dühnfort übernimmt die Ermittlungen. Zuerst wird ein Raubmord vermutet, jedoch bald stellt sich heraus, dass die Weste des ehemaligen Arztes auch nicht so weiß war, wie es schien und somit die Zahl derer, die ein Motiv für die grausige Tat haben könnten, gestiegen ist. Inge Löhnig hat mich mit dem zweiten Band um den Ermittler Tino Dühnfort sofort wieder in ihren Bann gezogen. Dieses Mal bereitet nicht nur der Fall dem Kommissar Kopfzerbrechen, auch seine Beziehung lässt ihn grübeln. Die Charaktere sind authentisch dargestellt und nachvollziehbar. Die kriminelle Handlung lädt zum Miträtseln ein und die Autorin legt immer wieder falsche Fährten aus. Verschiedene Akteure bekommen eine Stimme und erweitern somit die Perspektive auf das Geschehen. Die Mischung aus Protagonisten, die dem Leser schnell ans Herz wachsen und einer spannenden Handlung führte bei mir wieder zu schlaflosen Nächten. Mir hat dieser Krimi noch besser gefallen als der Vorgänger und nun warte ich wieder sehnsüchtig, dieses Mal auf den dritten Band. Rezension und Bewertung von bbriee: ♥♥♥♥♥ Ein Ausflug zu seinem Wochenendhaus am Starnberger See endet für den pensionierten Kinderarzt Dr. Wolfram Heckeroth tödlich. Sein Sohn Albert findet ihn dort an einer Heizung gefesselt, qualvoll eines grausamen Todes gestorben. Zuerst glauben alle an einen Raubmord. Aber die polizeilichen Ermittlungen, vom Kommissar Konstantin Dühnfort geführt, weisen neue interessante Spuren auf, enthüllen bisher gehüteten Geheimnisse und Beweise. Der so geschätzte und scheinbar tadellose Kinderarzt zeigt erst nach seinem Tod sein wahres Gesicht. Und es gibt viele Verdächtige, die ein Motiv hätten, den alten Arzt umzubringen. Auch die nach außen hin mustergültige Familie Heckeroth ist nur eine Fassade, hinter der es gewaltig bröckelt. Alle drei Kinder des ermordeten Arztes haben entweder familiäre oder berufliche Probleme und viele Gründe um den verstorbenen Vater zu hassen. Und dann passiert noch ein weiterer Mord… Ein sehr spannender Krimi mit vielen unterschiedlichen Charakteren und dramatischen Ereignissen. Einfühlsam und großartig von der Autorin erzählt, fesselnd von der ersten bis zum letzten Seite. Es ist nicht nur ein großartiger Krimi. Auch die brisante Geschichte der Familie Heckeroth , vor allem die verpfuschte Kindheit von Albert, Bertram und Caroline, die dominante Rolle des Vaters und Ehemannes, sowie die Ehe von Albert und Barbara, haben mich total aufgewühlt. Das Buch hat mir sehr gefallen und der erste Band (den ich noch nicht gelesen habe) steht schon in meinem Bücherregal. Auch das dritte Buch lasse ich mir nicht entgehen. Rezension und Bewertung von lamiezekatz: ♥♥♥♥♥ Am Starnberger See wird der pensionierte Kinderarzt Heckeroth von seinem Sohn Albert tot aufgefunden. Kommissar Tino Dühnfort wird mit dem Fall beauftragt. Schon bald deckt er in der Familie Heckeroth Familiengeheimnisse auf die nicht jedem bekannt waren und auch in der Familie bleiben sollten. Schnell gibt es den ersten Verdächtigen, Bertram Heckeroth. Vieles passt zusammen, aber dann kommt es doch ganz anders. Inge Löhnig hat mit „In weißer Stille“ einen Krimi geschaffen, in dem die Figuren so real rüber kommen, als würde man sie schon ewigst kennen. Als Leser taucht man in ihre Familiengeschichte ein und erlebt und fiebert mit ihnen. Auch kann man gut mit dem zweiten Fall von Kommissar Dühnfort einsteigen, obwohl ich als Leser jetzt ganz sicher bin, dass der erste Teil auch noch in meinem Bücherregal landet. Ein Krimi, der mit vielen Details und ganz viel Spannung daher kommt und mir sehr viel Lesespaß bereitet hat. Rezension und Bewertung von schlumeline: ♥♥♥♥♥ In weisser Stille von Inge Löhnig ist der zweite Kriminalroman rund um den ermittelnden Kommissar Dühnfort und sein Team. Diesmal verschlägt es den Kommissar an den Starnberger See. Dort wird er in das Wochenendhaus des pensionierten Kinderarztes Dr. Wolfram Heckeroth gerufen. Wolfram Heckeroth wird tot, mit Gürteln an die Heizung gefesselt, aufgefunden. Todesursache: Verdursten! Die Ermittlungen führen den Kommissar in das familiäre Umfeld. Dort gibt es viele Verdächtige, aber zunächst keine wirklichen Spuren. Albert hat seinen Vater gefunden. Vor Jahren hat er dessen Kinderarztpraxis übernommen. Er war immer das Kind, auf das Wolfram Heckeroth besonders stolz war. Und er stand auch immer bereit, wenn der Vater rief. Hierunter leidet schon seit langem Alberts Ehe mit Babs, obwohl die Beiden gemeinsam mit ihren zwei Söhnen eine kleine glückliche Familie sein könnten. Die Tochter Caroline geht sehr gefasst mit der Todesnachricht um. Sie ist liiert mit Marc und arbeitet Vollzeit in einer Firma. Sie scheint sehr strebsam und zielorientiert zu sein, ihr Verhältnis zum Vater jedoch ist ehr nüchtern. Beim Tod ihrer Mutter hat sie dieser versprochen ein Tagebuch aus der Wohnung der Eltern zu holen und zu vernichten. Dieses Tagebuch findet sie nun und beginnt es zu lesen. Was hierbei zu Tage tritt, hätte Caroline wohl nicht erwartet. Der zweite Sohn Werner, ist eine verkrachte Existenz. Er hat in seinem Leben schon immer gegen den Vater agiert und war diesem wohl ein Leben lang ein Dorn im Auge. Gerade deshalb nimmt auch Werner die Nachricht vom Tod seines Vaters locker auf. Doch dann findet die Polizei Fotos, die Aufschluss über gewisse sexuelle Neigungen des Dr. Wolfram Heckeroth geben. Und dann gibt es einen weiteren Toten. Inge Löhnig zeigt uns in diesem Krimi eine Welt von familiärer Gewalt, psychischem Druck und Liebesentzug. Sie lässt uns in die Abgründe der Psyche ihrer Protagonisten blicken. Es gelingt ihr hervorragend den Leser immer wieder aufs Neue rätseln zu lassen, wer nun was getan hat. Und selbst als das klar zu sein scheint, bleibt immer noch die Frage nach dem Warum. Neben der Haupthandlung, die von der Suche nach dem Täter geprägt ist, lebt das Buch auch von den emotionalen Stimmungen des Kommissars. Dühnfort ist nach wie vor in Agnes verliebt, aber er merkt mehr und mehr, dass diese Liebe nicht von ihr so erwidert wird, wie er sich das wünscht. Und so scheinen sich langsam aber sicher neue Bande zu entwickeln zwischen ihm und…. Oder ist das doch nicht so? Sind die Gefühle für Agnes so groß, dass Dühnfort nicht mehr ohne sie sein kann, auch wenn er dann auf seinen Lebenstraum verzichten muss? Hier bleibt der Ausgang natürlich offen und lässt die Leserschaft auf einen weiteren spannenden Fall rund um den Kommissar und sein Liebesleben hoffen. Krimiunterhaltung made in Germany. Nur zu empfehlen!! Rezension und Bewertung von Chiara: ♥♥♥♥♥ in Dühnforts zweitem Fall wird der Kinderarzt Dr. Wolfram Heckeroth tot in seinem Ferienhaus am Starnberger See aufgefunden. Im Bad an den Heizkörper gefesselt ist er innerhalb einer Woche qualvoll verdurstet. Die nach aussen hin heile Fassade, der Familie Heckeroth beginnt immer mehr zu bröckeln und die schmutzige Vergangenheit des alten Doktors kommt ans Tageslicht. Eindrucksvoll erzählht die Autorin Inge Löhnig den Fall aus Sicht der einzelnen Familienmitglieder, der Kripo und den weiteren Zeugen. Auch als Quereinsteiger findet man sich schnell zurecht. Der Roman ist sehr gut aufgebaut, dadurch dass die einzelnen Personen nach und nach eingefügt werden behält man gut den Überblick. Schon der Prolog lädt ein zum grübeln und da das Opfer mehr Feinde als Freunde hatte bleibt viel Raum für Spekulationen. Die einzelnen Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet und man entwickelt schnell ein Gefühl für die Guten und die Bösen. Gut gefallen hat mir auch der Einblick in die Privatsphäre der einzelnen Protagonisten. In weisser Stille hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten. Die Neugierde wird gleich zu Beginn geweckt und selbst als der Fall abgeschlossen scheint gibt es noch einen großen Showdown und ein aufregendes Ende. Rezension und Bewertung von liebelein: ♥♥♥♥♥ Im 2. Fall von Kommissar Konstantin Dühnfort mit dem Titel “In weisser Stille“ erlangt man als Leser einen sehr tiefgründigen Blick hinter eine scheinbare heile Familienkulisse. Dr. Wolfram Heckenroth, von Beruf Kinderarzt, hat seine Praxis an seinen Sohn Albert übergeben. Seine Tage verbringt er oft in seinem Wochenendhaus. Nachdem er jedoch nach seinem dortigen Aufenthalt nicht wie geplant zurückkehrt, findet ihn Albert dort ermordet im Badezimmer auf – gefesselt an einen Heizkörper. Da er hier schon mehrere Tage gefangen gehalten wurde, scheint er elendig verdurstet zu sein. Dühnfort und sein Team beginnen mit ihren Ermittlungen und finden in Wolframs Vergangenheit viele Spuren, die zu einem möglichen Täter führen könnten. Bertram, der ungeliebte Sohn Wolframs, geschieden, ohne Erfolg im Beruf und in der Familie der geborene Verlierer, hätte ein sicheres Motiv, seinen Vater umzubringen, da er in akuten Geldnöten steckt. Das Testament wäre ihm da sehr hilfreich. Denn auch seinen Bruder Albert, der Lieblingssohn des Vaters, hat er schon um Unterstützung in seinen finanziellen Sorgen gebeten. Caroline, die einzige Tochter, steht dem Tod ihres Vaters sehr distanziert gegenüber. Doch ihrer Mutter, die wenige Wochen zuvor verstorben ist, hat sie das Versprechen abgenommen, das in der elterlichen Wohnung aufbewahrte Tagebuch zu vernichten. Doch Caroline beginnt, es zu lesen und stößt auf einige überraschende Hintergründe und Geheimnisse in der Ehe ihrer Eltern. Gibt das Tagebuch einen Hinweis auf den Täter? Oder vielleicht die sexuellen Vorlieben Dr. Heckenroths, säuberlich festgehalten in einem Fotoalbum, welches in der Wohnung aufgefunden wird? Viele Spuren weisen den Ermittler Dühnfort in verschiedene Richtungen und ein schneller Abschluss des Falls ist nicht absehbar. Ebenso wird er von seinem Privatleben nachdenklich gehalten; ist Agnes die richtige Frau für Ihn, obwohl sie seine Zuneigungen nicht gleichwertig erwidern kann? Und welche Rolle spielt seine Kollegin Gina, die sich so offensichtlich für ihn interessiert? Inge Löhnig schafft es in ihrem Buch, sowohl die Spannung um den Mordfall als auch die Problematik von Dühnforts Privatleben auf einem Level zu halten. Viele Hinweise und auch einige gut konstruierte Einbahnstrassen haben mich als Leserin nicht sofort auf die richtige Spur gelenkt. Doch in allem sind mir die Hintergründe als Leser gut nachvollziehbar. Und auch das Ende sorgt immer noch für eine Überraschung! Ich freue mich auf einen weiteren Fall mit dem sympathischen Ermittler Dühnfort! Rezension und Bewertung von Gosiline: ♥♥♥♥♥ Als passionierte Krimileserin warte ich schon seit Jahren auf einen deutschen Serienkommissar, der es mit seinen unzähligen schwedischen oder britischen Kollegen in der Literaturlandschaft aufnehmen kann. Inge Löhnig erschafft mit Kommissar Tino Dühnfort, der in München ermittelt, eine Figur, die mit Sicherheit nicht nur mein detektivisches Herz erobert hat und dem ich noch viele Fälle wünsche. In seinem aktuellen (zweiten) Fall wird Dühnfort mit einer Familientragödie konfrontiert: der angesehene Kinderarzt Dr. Wolfram Heckeroth wird von seinem Sohn Albert tot an einer Heizung gefesselt in seinem Ferienhaus am Starnberger See gefunden. Was anfangs nach einem Raubmord aussah, entpuppt sich im Laufe der Ermittlungen als bewußt begangener Mord. Dühnfort und seine Kollegen entdecken, dass der ältere Herr eine Vorliebe für Fesselspielchen mit diversen Damen auslebte, die teilweise nicht freiwillig seine Leidenschaft teilten. Auch der zweite Sohn, ein verschuldeter Architekt, steht im Fokus der Ermittlungen - oder die Tochter Caroline, die zeitlebens um die Anerkennung ihres Vaters kämpfte, hätte Gründe für einen Mord. Während Albert, der älteste Sohn und Liebling des Toten, der ganz den Wünschen und Vorstellungen eben jenes entsprach, nach dem Tod seines Vaters sich in einen ganz anderen Menschen verwandelt... Mit Begeisterung und Spannung habe ich diesen Kriminalroman gelesen: ein interessanter Fall, in dem sowohl mögliche Täterfiguren als auch die Ermittlerfiguren und ihre gesellschaftlich-soziale Umwelt ausgewogen beschrieben werden. Inge Löhnig ist eine wunderbare Erzählerin, die gekonnt versteht, einen Spannungsbogen aufzubauen und ihre Leser an ihre Geschichte zu "fesseln" - gerne würde ich in weiteren Romanen mehr über Kommissar Dühnfort erfahren!!! Rezension und Bewertung von Stahlfixx: ♥♥♥♥♥ Über das Buch: Ein pensionierter Kinderarzt wird in seinem Wochenendhaus tot aufgefunden, er wurde mit Gürteln an einen Heizkörper gefesselt und seinem Schicksal überlassen - er verdurstete, bzw. verhungerte. Der Tote, Wofgang Heckenroth, Witwer mit drei erwachsenen Kindern, war auf den ersten Blick ein angesehener und geschätzter Mann. Die Fassade nach außen war perfekt, sobald dem Ermittler Konstantin Dühnfort ein Blick hinter die Fassade gelang, bröckelte der schöne Schein. Wolfgang Heckenroth war keineswegs der, für den die Öffentlichkeit ihn hielt, er war weder der gute Ehemann noch ein treusorgender Vater für seine Kinder, er war besessen von Machtspielen, seine Frau betrog er mit unzähligen jungen Geliebten, die er bevorzugt ans Bett fesselte, sie so erniedrigt fotografierte, um seine Macht zu demonstrieren und zu genießen. Seine Kinder strafte er mit Nichtachtung, das einzige woran er Spaß hatte war, sie gegeneinander auszuspielen und so reiften alle drei zu, zwar nach außen hin perfekten und erfolgreichen Menschen, doch innerlich zu zerissenen und gestörten Persönlichkeiten. Die Kinder - Albert war Wolfgangs Lieblingssohn, da er sich komplett dem Vater unterordnete und das Leben lebte, dass sein Vater für ihn vorgesehen hatte. Bertram - der Rebell, der sich dem Vater nicht unterordnen wollte und trotzdem scheiterte und Caroline, die eigentlich immer übersehen wurde, sie lebt für ihre Karriere und kann sich nicht vorstellen, dass sie nur um ihrer selbst willen geliebt werden könnte. Konstantin Dühnfort versucht hinter die perfekten Fassaden zu blicken und das Motiv und den Täter zu finden. Meine Meinung: Inge Löhning ist ein wirklich guter deutscher Krimi gelungen, mit relativ wenigen Beteiligten, fast mit einem Kammerspiel zu vergleichen. Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht der (erwachsenen) Kinder und von Alberts Ehefrau erzählt. Der Einstieg ins Buch ist gelungen, mit einem Prolog, der den Leser schon ein wenig ahnen lässt, warum Wofgang Heckenroth so grausam sterben musste, wer allerdings der Täter ist, wird (natürlich) noch nicht verraten. Man kann trotzdem recht schnell ahnen, wer den Mord begangen hat, trotzdem bleibt das Buch spannend, denn man taucht als Leser immer tiefer in die Familiengeschichte ein, immer mehr von dem schönen Schein bröckelt und immer wieder tauchen neue Details und Geheimnisse auf, prinzipiell tauchen damit auch neue Verdächtige auf, welche sich allerdings meist recht schnell als "Sackgassen" entpuppen. Auch das Privatleben von Konstantin Dühnfort wird ein wenig zum Thema, er ist (unglücklich) mit Agnes liiert, beide haben unterschiedliche Ansichten, wie sie eine Beziehung führen wollen, Agnes möchte eine Affäre, Konstantin würde gerne eine richtige Beziehung aufbauen. Das waren auch die Teile des Buches die mir nicht ganz so gut gefallen haben, zum einen werden Nebensächlichkeiten, wie zum Beispiel der aktuelle Kühlschrankinhalt und Kochrezepte (für meinen Geschmack) zu ausführlich beschrieben, andererseits kommunizieren die beiden, in dem sie sich Gedichtpassagen zukommen lassen, das hat mir persönlich auch nicht so gut gefallen (naja, Geschmackssache) und wirkte einfach zu konstruiert (...also, wenn ich von einem Mann nichts (oder nicht viel ;-))) will, mache ich mir auch nicht die Mühe nach passenden Gedichten zu suchen...). Das Ende lässt mich etwas zwiegespalten zurück, der Mordfall wurde stimmig zu Ende gebracht aber der anschließende Cliffhanger - um Kommisar Dühnfort - war mir persönlich etwas zu viel. Sicherlich wäre das nicht notwendig gewesen, auch wenn dieses Buch schon der zweite Band - und dem Ende nach zu urteilen auch noch nicht der letzte Band - um den Münchner Kommisar Dühnfort ist, hätte das Buch es nicht nötig gehabt so intensiv auf den Nachfolgeband zu verweisen. Für das Verständnis dieses Buches ist es auch nicht notwendig den Vorgänger gelesen zu haben. Mein Fazit: Ein solider deutscher Krimi, der einem Kammerspiel gleich, die Abgründe hinter schönen Fassaden beleuchtet. Hinweis: Du musst angemeldet sein, um eine eigene Rezension zu schreiben. Mitglieder, die In weißer Stille: Kriminalroman von Inge Löhnig besitzen
Direktlinks zu dieser Seite |
Rezensionen nach Kategorie
Neue Rezensionen unserer Mitglieder
RSS-FeedAboniere unseren RSS-Feed und Du verpaßt keine Rezensionen mehr. |