Zeit der Gespenster: Roman von Jodi Picoult![]() Von Schuld und auch von Sühne (Redakteur: Bianca Wenzel)Jodi Picoult steht für eine gelungene Mischung aus Kriminal- und Liebesgeschichte, verknüpft mit persönlichen Schicksalen, so auch diesmal. Der Geisterjäger Ross Wakeman ist nach dem Tod seiner geliebten Frau Aimee auf der Suche nach ihrem Geist. Doch Ross kann nicht zu ihr, zu sterben ist ihm nicht vergönnt. Andere nennen ihn nach mehreren Selbstmordversuchen und Unfällen Glückspilz, Ross selbst frustriert darüber, er will nicht mehr leben.
Als er um 5 Uhr 58 mit einem Ruck erwachte, war Ross völlig verblüfft. Er blinzelte, fühlte sich so gut wie seit Monaten nicht mehr. Es war das Fehlen des leichen Gewichts auf seiner Brust, das ihn an den Ring erinnerte. Ross öffnete die Faust und geriet in Panik. Der Brilliantring, den er beim Einschlafen fest in der Hand gehalten hatte, war nirgends zu sehen. Ich hab sie verloren, dachte Ross, während er blicklos auf das starrte, was stattdessen in seiner Hand lag: ein Penny von 1932 – glatt wie ein Geheimnis, noch warm von der Berührung seiner Haut.
Er hätte gern gewusst, was am Otter Creek Pass vor sich ging. In der Woche, seit Rod van Vleet da gewesen war, hatte der Protest der Abenaki zugenommen und war von der Öffentlichkeit registriert worden. Die Tatsache, dass der Trunkenbold des Ortes, Abbott Thule, eines Morgens feststellen musste, dass sein bis dato glattes Haar über Nacht ganz kraus geworden war, tat ihr Übriges.
Mitglieder-Rezensionen zu Zeit der Gespenster: Roman von Jodi PicoultRezension und Bewertung von Chiara: ♥♥♥♥♥ Jodi Picoult überrascht immer wieder aufs Neue. Anders als erwartet steht nicht Ross Wakeman im Mittelpunkt der Geschichte sondern bildet eher das Gerüst bzw. die Verbindung zu einer Geschichte die lange zurück liegt aber nicht weniger dramatisch ist. Das Buch ist in drei Teilen gegliedert. Erster und Letzter handeln in der Gegenwart, der zweite Teil fährt zurück in das Jahr 1932. Dort spielt sich eine große Familientragödie ab deren Folgen bis in die heutige Zeit nachwirken. Neben Verbindungen zu Verstorbenen greift Picoult auch wieder ein sehr prekäres Thema auf in diesem Fall die Erhebungen zur Genetik. So wurde in Vermont und weiteren Bundesstaaten ein Sterilisationsgesetz verabschiedet um zu vermeiden, dass Personen die Behinderungen aufweisen, kriminelle Energien besitzen oder als asozial gelten sich nicht mehr fortpflanzen und somit ihre schlechten Erbanlagen nicht weitergeben können. Die Vorgehensweise und Auslegung der sogenannten 2freiwilligen Sterilisation"“ hat mich sehr schockiert. Meine Empfindungen beim Lesen gingen von Kopfschütteln, über Besorgnis, Trauer, Entsetzen, Hoffnung, Erleichterung gegen Ende gab es auch noch was zum Lachen und letztendlich bleib ich mit dem Gefühl zurück eine in sich stimmige Geschichte gelesen zu haben. Auf den Inhalt bin ich bewusst nicht detailliert eingegangen. Da es aufgrund der vielen Personen und Handlungen zum einen zu ausführlich werden würde und der Überraschungseffekt beim Lesen auf der Strecke bleibt. Jodi Picoult gelingt es auf jeden Fall wieder durch ihre wechselnde Erzählperspektiven einen ganz nah an das Leben der einzelnen Protagonisten ran zuführen und lässt uns wieder hautnah mitfühlen. An Gespenster mag man glauben oder auch nicht. Selbst als kritischer Mensch kann man sich auf die Geschichte einlassen. Haarsträubend fand ich allerdings die Kaffeemaschine aus der nur noch Limonade kommt. Mit der konnte ich mich genauso wenig anfreunden wie mit den Wasserleitungen in denen bei „Das Herz meiner Tochter“ Wein statt Wasser floss. Mit so einem kleinen beiläufigen Satz kann man so viel kaputt machen und ich war mir bis heute Morgen noch sicher, dass das einen Bewertungsstern Abzug geben wird. Doch gegen Ende hatte mich Picoult immer mehr am Wickel und ich bin trotz allem dermaßen beeindruckt, dass ich die volle Punktzahl gebe. Hinweis: Du musst angemeldet sein, um eine eigene Rezension zu schreiben. Mitglieder, die Zeit der Gespenster: Roman von Jodi Picoult besitzen
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