Plötzlich Shakespeare von David Safier![]() Mitglieder-Rezensionen zu Plötzlich Shakespeare von David SafierRezension und Bewertung von anette1809: ♥♥♥♥♥ Inhalt: Rosa ist ein Klischee - sie ist seit Jahren Single, ihre biologische Uhr geht ihr auf den Wecker, und sie badet in Selbstmitleid: Die Liebe ihres Lebens will seine große Liebe heiraten, und dabei handelt es sich leider nicht um Rosa! Wenn Rosa ehrlich ist, haben Jan und sie nie wirklich zusammen gepasst, und ihr schwuler Freund Holgi versucht ihr das unmissverständlich klar zu machen. Doch Rosa vergeht so in ihrem Selbstmitleid - und in dem einen oder anderen Ramazzotti - dass sie Jans Zahnarztpraxis aufsucht, um ihre Liebe zurückzuerobern. Natürlich geht alles schief, und statt bei dem von Holgi empfohlenen Psychologen landet Rosa auf der Liege eines Zirkusmagiers, der unter Hypnose Rückführungen der Seele durchführt. Rosa wird erst wieder aufwachen, wenn sie herausgefunden hat, was die wahre Liebe ist. Dabei landet Rosa nicht nur in der Vergangenheit, sondern darüberhinaus ausgerechnet im Körper eines Mannes - William Shakespeare! Eigene Meinung: David Safier nimmt seinen Roman und sich selbst augenzwinkernd auf die Schippe, in dem er von Anfang an klarstellt, dass die Geschichte von Rosa, die sich einen Körper mit dem großen Barden Englands teilen muss, voller Klischees steckt. Oder in dem er im späteren Verlauf der Geschichte Rosa eine Romanidee entwickeln lässt, die der Story von "Mieses Karma" entspricht: "Da war die Geschichte der Karrierefrau, die in eine Ameise verwandelt wird." Mit "Plötzlich Shakespeare" liegt ein neues Lesevergnügen im Stile der beiden Vorgängerromane Safiers vor. Wie bereits in "Mieses Karma" oder "Jesus liebt mich" spielt der Autor mit übersinnlichen Effekten. Obwohl sich die Romane des Autors von der Grundidee ähneln und er viele alte Schenkelklopfer in seinen Geschichten verarbeitet, schafft Safier es doch immer wieder daraus etwas Humorvolles und Lustiges zu basteln. Beim Lesen von Rosas und Shakespeares Geschichte konnte ich mich gut in das elisabethanische England versetzen, wo man unter anderem erfährt, dass die Queen "not amused" ist, wenn man sie auf der Suche nach dem stillen Örtchen auf dem Donnerbalken erwischt und die Unterhose eine herausragende Erfindung ist, weil sie Strumpfhosen vor braunen Rückständen bewahrt ;o) Auch die Probleme, die Shakespeare in der Gegenwart hat, sind anschaulich und witzig beschrieben. Im Gegensatz zu Rosa, die immerhin rudimentäre Kenntnisse über Shakespeares Zeit besitzt, ist für William in der Gegenwart alles neu und so rufen bei ihm sogar für uns selbstverständliche Anblicke wie Nordic Walker oder Bidets Staunen hervor. Fazit: Ein amüsanter Roman, der sich innerhalb weniger Stunden weglesen lässt. Meine einzige Kritik liegt darin, dass er leider nicht ganz an Safiers Erstling "Mieses Karma" heranreicht und trotz des augenzwinkernden Humors das eine oder andere Klischee manchmal zu viel des Guten ist. Rezension und Bewertung von Roccosmom: ♥♥♥♥♥ Rosa ist verzweifelt. Ihr Traummann Jan heiratet eine andere. Dabei ist er doch für sie bestimmt. Oder etwa nicht? Um ihre Seelenqual zu lindern nimmt Rosa, nur halb freiwillig, an einer Rückführung bei Prospero dem Hypnotiseur teil. Und schwups… findet sie sich 1594 in William Shakespeares Körper wieder. Dieser ist gar nicht erbaut darüber seine Körperkontrolle von nun an einer Frau zu überlassen. Denn Rosa bringt den bis dahin eher unbegnadeten Schriftsteller in noch mehr prekäre Situationen, als er ohnehin schon steckte. Doch alles Drama nützt nichts, zusammen müssen sie heraus finden was die wahre Liebe ist oder sie müssen sich für immer einen Körper teilen. Genau wie schon von „Mieses Karma“ und „Jesus liebt mich“ bin ich auch von David Safiers neuestem Werk begeistert. „Plötzlich Shakespeare“ startet gewohnt spritzig. Der moderne und offene Schreibstil lässt einen von Anfang an schmunzeln und auch die Charaktere sind überzogen lustig und klischeehaft dargestellt. Richtig lustig wird es natürlich als Rosa und Shakespeare sich einen Körper teilen. Beide reden in der Ich-Perspektive, was wirklich die Lachmuskeln strapaziert. Zum Glück „redet“ jeder in einer anderen Schriftart. Sonst hätte es beim Lesen Probleme geben können! Was ich schön finde, ist, dass wie auch schon in „Jesus liebt mich“ die Protagonistin nicht perfekt ist. Rosa hat Orangenhaut und fühl sich zu fett. Sie ist halt eine ganz normale Frau, die sich wünscht nicht sie selbst zu sein. Sie will nicht mehr „so was von Klischee“ sein, sondern eher so wie die perfekte Olivia, die Jan heiraten wird. Witzigerweise ist Shakespeare auch nicht so ganz perfekt, was natürlich Anlass zu dem einen oder anderen Schlagabtausch zwischen den beiden Seelen gibt. Was mir sofort auffiel war dieses typische David Safier Cover: ein orangener Hintergrund mit einer Comiczeichnung. Eine Frau sieht in den Spiegel und erschreckt sich, als nicht ihr eigenes Gesicht sondern Shakespeares ihr entgegenblickt. Toll, dass David Safiers Bücher durch die gleiche Umschlagsgestaltung eine Einheit bilden. Ich muss sagen dass dieser Roman mir wieder gut gefallen hat. „Plötzlich Shakespeare“ ist leichte Unterhaltung mit einem, im Witz ummantelten, typischen Frauenthema. Wirklich kurzweilig und sehr empfehlenswert! Hinweis: Du musst angemeldet sein, um eine eigene Rezension zu schreiben. Mitglieder, die Plötzlich Shakespeare von David Safier besitzen
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