Die Fremde aus dem Eis: Eine Liebesgeschichte von René BarjavelDr. Simon, die Hände in den Hosentaschen, die Stirn gegen die Glaswand seines Zimmers gedrückt, betrachtet Paris, über dem der Tag anbricht. Er ist zweiunddreißig, groß, schlank, dunkelhaarig. Sein dicker, ein wenig unförmiger Rollkragenpulli hat die Farbe von verbranntem Brot und ist an den Ellenbogen abgenutzt. Er trägt eine schwarze Cordhose und läuft barfuß auf dem Teppichboden. Sein Gesicht wird von einem kurzen dunklen Bart überwuchert – der Bart von jemandem, der ihn aus Notwendigkeit hat wachsen lassen. Wegen der Brille, die er während des Polarsommers getragen hat, wirken die Vertiefungen um seine Augen hell und empfindlich, verwundbar wie die vernarbte Haut einer Verletzung. Seine Stirn ist breit, ein wenig versteckt unter dem Lockenansatz seines kurzen Haares, etwas gewölbt über den Augen und von einer tiefen Sonnenfalte durchzogen. Mehr lesen Der Mann, der durch die Wand gehen konnte von Marcel AyméSie haben es wieder getan!
Der Golem: Mitternachtsbibliothek 5. Klassiker der Phantastik von Gustav MeyrinkDer anonyme Erzähler liest vor dem Schlafen ein Buch über Buddha und fällt anschließend in einen geheimnisvollen Traum, der ihm Athanasius Pernath näherbringt, dieser lebte als Gemmenschneider im Prag der Jahrhundertwende. Er kann sich nicht mehr an viel in seinem Leben erinnern und hat mystische Visionen, in den immer wieder der Golem eine Rolle spielt. Pernath landet im Gefängnis, nachdem ein Trödler ihn des Mordes bezichtigt, wo er zehn lange harte Monate verbringen muss. Als er unerwartet entlassen wird, muss er mit ansehen, wie das Getto abgerissen wird, seine Freunde sind verschwunden, da wacht Pernath plötzlich auf und so begibt er sich auf die Suche nach Spuren seines Traumes, denn er ist felsenfest überzeugt, dass das nicht nur ein Traum gewesen ist.
Die schlafende Schöne von Charles PerraultMal etwas anderes erwartet die Hörer bei dieser inszenierten Lesung, vorgetragen von Jens Wawrczeck und musikalisch umgesetzt von Henrik Albrecht. Die beiden Künstler haben Oscar Wildes selbstsüchtigen Riesen, Hans Christian Andersens ungewöhnliches Liebespaar und Charles Perraults schlafende Schöne, das Original des Grimmschen Dornröschens, gemeinsam zu einem ungewöhnlichen Hörgenuss entwickelt, dessen gefühlvoller Stimmung man sich nur schwer entziehen kann. Verträumt lauscht man den Geschichten und taucht ab in eine Welt voller Erinnerungen und Träume, die man in der Hektik des Alltags viel zu oft vergisst.
Gruselkabinett (24/25) - Der Fall Charles Dexter Ward von Howard Ph. Lovecraft13. April 1928, Nervenheilanstalt Dr. Waite, Providence: Charles Dexter Ward (Frank Schaff) verlässt die Anstalt und verschwindet spurlos. Dr. Marinus B. Willet, Hausarzt und als solcher guter Freund der Familie, beschäftigt sich näher mit dem Fall und blickt zurück auf den Fall, der äußerst mysteriös wirkt. Was fand Charles Dexter Ward in seiner Familiengeschichte, dass er dem Wahnsinn verfiel – ist er überhaupt wahnsinnig? Oder ein Opfer des Hexenmeisters Joseph Curwen, sein Vorfahr...
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