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Inge Löhnig im Steckbrief Redakteur: Stephanie Forster ![]() Wie kamst du zum Schreiben? Inge: Schreiben wollte ich schon immer, schon als Kind. Den konkreten Anlass, endlich damit zu beginnen hat vor etlichen Jahren ein Bestseller geliefert. Ich habe das Buch verärgert zugeschlagen. Mir hat es nicht gefallen und plötzlich nahm die einst vage Idee Konturen an, es mit dem Schreiben selbst zu versuchen. Warum gerade Krimis? Inge: Gute Frage. Vermutlich hat das zwei Ursachen. Einerseits lese ich wahnsinnig gerne Krimis und andererseits bin ich ein sehr neugieriger Mensch. Mich interessiert, was Menschen antreibt, sich so zu verhalten, wie sie sich verhalten. Und ein Verbrechen ist ein sehr extremes Verhalten. Den Ursachen einer Tat auf den Grund zu gehen, sowie deren Vorgeschichte und den Verschiebungen, die in Menschen stattfinden müssen, um zum Verbrecher zu werden, das reizt mich. Darf es auch mal etwas anderes sein? Inge: Ja. Natürlich. Wenn mich das Thema packt. Ganz konkret gibt es in meiner Schublade ein begonnenes Projekt, das eigentlich ein Krimi hätte werden sollen. Vermutlich lässt sich diese Geschichte aber anders besser erzählen. Diesen Stoff werde ich demnächst wieder hervor holen, da ich dafür schon wahnsinnig viel recherchiert habe und mich das Thema einfach nicht los lässt. Woher nimmst du deine Ideen? Inge: Das ist ganz unterschiedlich. Bei „Der Sünde Sold“ war es eine Radtour durch den Sauerlacher Forst. Mitten im Wald gibt es dort auf einer Lichtung eine Kapelle. Die hat mich damals inspiriert, darüber nachzudenken, wer an einem solchen Ort wen ermordet haben könnte und vor allem, aus welchem Grund. Das war der Ausgangspunkt. Bei „In weißer Stille“ hat mich eine Zeitungsnotiz ins Grübeln gebracht und bei Dühnforts drittem, der schon im Lektorat ist, waren es ein paar Zeilen aus einem Buch, das ich mir zur Recherche für Dühnforts zweiten Fall gekauft hatte. Liebste Tatwaffe? Inge: Die gibt es nicht. Wo schreibst du? Inge: Daheim in meinem Arbeitszimmer. Wann schreibst du? Inge: Am liebsten ganz früh am Morgen. Am Wochenende, in den Ferien und im Urlaub sitze ich morgens um sechs am PC bzw. Laptop und schreibe. Um diese Zeit habe ich meinen Kopf frei und kann mich ganz und gar auf meine Figuren einlassen. Computer oder Kugelschreiber? Inge: Ganz eindeutig Computer. Sogar meine Notizen schreibe ich am Mac, was an meiner fürchterlichen Handschrift liegt, die ich manchmal selbst nicht entziffern kann. Schreiben ist für dich...? Inge: Ein ganz großes Vergnügen. Dein aktuelles Projekt? Inge: Im Moment sitze ich an den letzten Seiten eines Jugendthrillers der im Juni 2010 bei Arena erscheinen wird. Das Lieblingsbuch als Kind/Lieblingsbuch heute? Inge: Als Kind habe ich Lukas und Jim Knopf geliebt, dann alle Bücher von Astrid Lindgren, natürlich die Fünf-Freunde-Reihe und dann gab es da noch ein Buch, das meine Tante aus der DDR geschickt hat: Der Zauberer der Smaragdenstadt. Heute bin ich ein Fan von Paul Auster: Musik des Zufalls, Martin Suter: Der letzte Weynfeldt, Charles Lewinsky: Melnitz, Tom Wolfe: Fegefeuer der Eitelkeiten. Im Bereich Krimi mag ich die Romane von Karin Alvtegen ganz besonders. Mein Tipp: Schatten. Lieblingsautor? Inge: Den einen Lieblingsautor gibt es nicht. Was bringt dich zum Lachen? Inge: Mein Sohn mit seinem trockenen Humor. ... und zum Weinen? Inge: Ich habe nicht sehr nah am Wasser gebaut. So schnell fließen die Tränen also nicht. Was mich immer wieder aus der Fassung bringt - und dann auch mal zum Weinen - das ist, wenn Kindern Gewalt angetan wird. Wie oft googelst du Deinen Namen? Inge: Gelegentlich. Dein Lieblingsfilm? Inge: Puh! Habe ich einen Lieblingsfilm? Hm? Eigentlich nicht. Es gibt ein paar Filme die ich schon häufiger gesehen habe. Sein oder Nichtsein von Lubitsch. Eins, zwei, drei, von Billy Wilder, Schtonk von Helmut Dietl. Mondsüchtig. Ich verbringe wenig Zeit vorm Fernseher oder im Kino. Ich lese lieber. Liebstes Reiseziel? Inge: Die Nordbretagne. Deine Hobbys? Inge: Lesen, Radfahren, Skifahren, Garteln. Drei Dinge, ohne die du verloren wärst? Inge: Ich fürchte, so langsam ist das meine Lesebrille. Ferner bin ich der Ansicht, dass man dem Erfinder der Geschirrspülmaschine ein Denkmal setzen sollte und dem der Waschmaschine gleich mit dazu. Und Nr. 3? Ganz sicher mein Mac. Deine Stärken? Inge: Meine lebhafte Phantasie gehört sicher dazu, ebenso Empathie, ohne die ich als Autorin aufgeschmissen wäre. Dann wären da noch ein gerüttelt Maß an Disziplin und Durchhaltevermögen und mein Optimismus. Deine Schwächen? Inge: Ungeduld, Schokolade und dann noch eine gewisse Sturheit, die ich allerdings lieber Beharrlichkeit nenne. Worauf bist du stolz? Inge: Klingt vielleicht platt, ist aber so: Auf meine beiden Kinder. Der schönste Tag deines Lebens? Inge: Superlative sind nicht so mein Ding. In meinem Leben hat es viele schöne Tage gegeben und hoffentlich wird es noch eine Menge davon geben. Der wichtigste Mensch? Inge: Wie gesagt, die Superlative... Aber wenn schon, dann ist das mein Mann. Dein Lebensmotto? Inge: Eine Not kann dir mehr nützen, als tausend Freuden. (Bonaventura) Hier geht es zur Forendiskussion zu diesem Artikel. Als Gast kannst du die Forenbeiträge lesen. Bitte melde dich an, um aktiv an der Disukssion teilzunehmen. |
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